Kleine Privatbank investiert in Auerbach

Die Münchner Merkurbank zählt nur vier Filialen, eine davon in der vogtländischen Drei-Türme-Stadt. Zur Zeit wird in dem denkmalgeschützten Bau an der Nicolaistraße nicht nur Geld verwaltet.

Auerbach/München.

Neben Rathaus und Nicolaikirche zählt es zu den markantesten Gebäuden an der Auerbacher Nicolaistraße - erst recht, seit es vor einigen Wochen einen neuen Anstrich erhalten hat: das Haus, in dem die Merkur-Bank seit 1991 eine Filiale unterhält. Eine halbe Million Euro investiert das private Bankunternehmen mit Sitz in München derzeit an diesem Standort. Dabei passiert das Gros der Umbau- und Sanierungsarbeiten im Inneren des Gebäudes.

In den Jahren 1922/23 noch im Gründerzeit-Duktus erbaut, steht das Gebäude heute unter Denkmalschutz. Als erstes zog dort die Plauener Bank AG ein, die nach Kriegsende aufgelöst wurde. Die Postkartenaufnahme, auf der das herausragende Haus zu sehen ist, stammt laut Stadtarchivleiterin Regina Meier aus den 1930er-Jahren. 1946 wurde das Gebäude auf die Sächsische Landesbank in Dresden umgeschrieben, 1951 zum Volkseigentum. Die Konsumgenossenschaft wurde damit zum Nutzer; zunächst zog eine Blumenbinderei ein, später wurden die Gewerberäume als Möbelhaus genutzt. Nach der Wende verkaufte es schließlich die Stadt Auerbach an die kleine Privatbank aus dem Westen.

Erst fünf Jahre zuvor war diese damals mit nur sieben Mitarbeitern von der Familie Lingel übernommen worden. Die Eröffnung der Filiale im vogtländischen Auerbach markierte den Anfang der Expansion in die neuen Bundesländer. Übrig geblieben ist dort je eine in Jena, Plauen - und: Auerbach. Neben jener am Ursprungsort München unterhält die Merkurbank damit insgesamt vier Filialen. Ergänzend kommt eine sogenannte Repräsentanz in Stuttgart hinzu. Die "Privatbank für Unternehmer", wie sie sich selbst verkauft, zählt heute etwa 180 Mitarbeiter, an den Standorten Auerbach und Plauen sind es 18.

Die derzeitige Investition in die Auerbacher Filiale sieht Wolfgang Genczler, der Leiter der Region Sachsen/Thüringen, als "Bekenntnis zur Zukunftsfähigkeit dieses Standortes". Bis November sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Bei den Umbauarbeiten geht es laut Mitarbeiter Holger Mai, der das Projekt vor Ort koordiniert, vor allem darum, die Räume zeitgemäß zu strukturieren. Bisher im obersten Geschoss untergebrachte Firmenwohnungen würden bei der Gelegenheit zu neuen Aufenthaltsräumen für die Belegschaft umgestaltet.

An das Bankhaus von einst erinnert nur noch die Außenhülle. Bereits bei vorangegangenen Umbauten wurde die historische Innenstruktur aufgebrochen. Auffallend: das gläserne Treppenhaus mit dem Werk eines inzwischen verstorbenen Kunstprofessors aus Aalen.

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