Klinikum setzt auf Hightech und Blutegel

Das Krankenhaus Rodewisch will wettbewerbsfähig bleiben. Ein Hybrid-Operationssaal für die Gefäßchirurgie wird gekauft.

Rodewisch.

Das Klinikum Obergöltzsch in Rodewisch kann auf eine gestiegene Patientenzahl verweisen. Per 31. August waren es 209 mehr stationäre Fälle als zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr. Auch bei den Geburten hat das Kreiskrankenhaus zugelegt. Zum genannten Datum gab es 14 mehr als im Vorjahr. "Das ist eine erfreuliche Leistungsentwicklung", so Verwaltungsdirektorin Beate Liebold.

Die guten Ergebnisse des Klinikums sind Grundlage für Investitionen, die seine Wettbewerbsfähigkeit erhalten. Die nächste größere wird ein Hybrid-Operationssaal für drei Millionen Euro sein. Der wird aus Eigenmitteln des Klinikums finanziert. Der Krankenhausausschuss des Vogtlandkreises soll am 19. September die Planungsleistungen vergeben. "Wir hoffen, dass wir nächstes Jahr bauen können, unsere Spezialisten freuen sich schon aufs Operieren mit modernster Technik", so Beate Liebold. Das ist dann schneller, genauer und schonender. Zwar hatte das Krankenhaus auch dafür einen Fördermittelantrag beim Land gestellt, aber zwei Jahre lang vergeblich auf eine Bewilligung gewartet. Jetzt habe man sich entschieden, die Anschaffung aus eigener Kraft zu stemmen. Für den neuen Operationssaal ist ein Anbau direkt an die vorhandenen Säle nötig.

Ebenfalls nächstes Jahr soll die Hauptküche saniert werden. Dafür sind Kosten in Höhe von 450.000 Euro veranschlagt. Zu 75 Prozent gibt es dafür eine Förderung über das Landratsamt aus dem Programm "Brücken in die Zukunft". Bereits abgeschlossen wurde im ersten Bauabschnitt die Sanierung der Spülküche für rund 500.000 Euro. Der moderne Riesen-Geschirrspüler ermöglicht eine effizientere Arbeitsweise, die Strom und Wasser spart. Mit entsprechender Lüftung und Klimatisierung verbessern sich zudem die Arbeitsbedingungen.

Einen Einblick in seine Leistungen gibt das Klinikum am kommenden Samstag zum Tag der offenen Tür. Jedes Jahr legt die Klinikleitung dafür Schwerpunktthemen fest. Im vergangenen Jahr war es das neue Schlaflabor, das laut Verwaltungsdirektorin nahezu überrannt wurde von Besuchern. Dieses habe sich seit der Eröffnung gut etabliert, bislang wurden auf der Station mit vier Betten 310 Patienten behandelt.

In diesem Jahr stellt sich zum Tag der offenen Tür die Multimodale Schmerztherapie vor. Oberärztin Christina Müller hat dafür eine zusätzliche Ausbildung absolviert. Dass nicht nur Hightech, sondern auch Schröpfgläser und Blutegel zum Einsatz kommen, zeigt sie zum Tag der offenen Tür. Außerdem dürfen Gäste einen Blick in die Zentrale Sterilgutversorgung des Klinikums werfen. "Da kommt man an Stellen, die sonst tabu sind", so Beate Liebold. Sie denkt, dass es angesichts der Diskussion um Krankenhaus-Keime wichtig ist zu zeigen, welche Anstrengungen man unternimmt. Die Rodewischer Klinik ist die einzige in Sachsen, die bei der bundesweiten Aktion "Saubere Hände" das Silberne Zertifikat erworben hat.


Tag der offenen Tür

Das Klinikum Obergöltzsch lädt für Samstag 10 bis 14 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Vorgestellt wird das neue Leistungsangebot Multimodale Schmerztherapie (Haus 2, Erdgeschoss, Foyer Haupteingang).

Exklusive Führungen gibt es durch die Zentralsterilisation (Haus 4, 2. Obergeschoss).

Im Kinderprogramm wird die Puppendoktor-Ambulanz angeboten (Haus 2, 3. Obergeschoss). Die Kinder können ihre Puppe oder ihr Kuscheltier mitbringen.

Beratung und Führungen gibt es unter anderem im Radiologischen Institut, in der Traumatologie/Endoprothetikzentrum, in der Frauenklinik, in der Geburtsklinik (mit Kreisssaal- besichtigung) und im Schlaflabor.

Für Unterhaltung sorgen Kinder vom Kindergarten Rebesgrün, die Zumba-Tanzgruppe und das Bläserensemble des Rodewischer Klinikums.

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