Kraftprotz mit Hang zum Schoßhündchen

Zur 8. Vogtland-Schau für Neufundländer haben am Wochenende in Veitenhäuser 80 Tiere um Punkte gekämpft.

Veitenhäuser.

Gelassen schaut Filippo Valentino vom Elsterufer drein. Der Trubel um ihn herum scheint an dem weiß-schwarzen Rüden abzuprallen. Dabei geht es ein Wochenende lang um die sprichwörtliche Wurst. Und die heißt 8. Vogtland-Schau der Regionalgruppe Bayern im Verein von Neufundländer-Freunden und -Züchtern Deutschlands. Valentino, wie er von seinen Besitzern Regina und Jörgen Unglaub aus Großfriesen normalerweise gerufen wird, bleibt trotzdem gelassen - und siegt gleich zweimal in seiner offenen Starterklasse.

80 Meldungen hatte Regina Unglaub als Leiterin der Regionalgruppe Franken-Sachsen für Samstag und Sonntag erhalten. Herrchen und Frauchen aus ganz Deutschland, Frankreich und Tschechien bauten ihre Campingmöbel am Gasthof Veitenhäuser bei Treuen auf. Im großen Garten wird jedes Jahr eine solche Schau veranstaltet. Die Großfriesener gingen als einzige Vogtländer ins Rennen.

"Es gibt nicht mehr viele Züchter", sagte Regina Unglaub. Manche hätten aus Altersgründen aufgegeben, andere seien berufstätig. Und noch etwas könnte eine Rolle spielen. "Neufundländer sind in der Unterhaltung kostenaufwendiger als kleine Rassen", erklärte sie. Kein Wunder. Bringen die langhaarigen Vierbeiner mit der beeindruckenden Statur doch bis zu 70 Kilogramm auf die Waage. "Damen" wiegen etwas weniger.

Vier Hunde aus Unglaub-Zucht machten zur Schau eine mehr als gute Figur. Kimmi, Keep Smiling und Keisy holten jeweils erste und zweite Plätze bei den Jugendlichen. Auch das ist wohl kein Wunder. Schließlich sind sie Valentino´s Kinder. Der Gesamtsieger-Pokal ging indes an Mount Pearls Haakon und somit nach Niedersachsen. Er startete in der Champion-Klasse. Ansonsten präsentierten sich männliche und weibliche Hunde getrennt nach Altersgruppen im Ring: Babys ab vier Monate, Jüngste, Jugend, ältere als offene Klasse und schließlich Veteranen.

Wer ausgiebig punkten will, musste nicht nur gut aussehen. Richter schauten bei Ausdruck, Anatomie, Stand und Gangwerk ganz genau hin. Außerdem werden Wesen und Gesamt-Erscheinungsbild bewertet.

Regina und Jörgen Unglaub züchten seit 1978 Neufundländer. Ihr Zwinger hat schon etliche Champions hervorgebracht. Für beide sind die sanften, ruhigen Kraftpakete in jeder Hinsicht Siegertypen. "Mich fasziniert die ganze Ausstrahlung, das Wesen", schwärmte Regina Unglaub. "Wenn ich dieses Bärige von einem Neufundländer sehe, ist mein Herz weg." Schoßhunde sind die Tiere angesichts ihres Gewichts eher nicht. "Obwohl sie das gerne wären", betonte Unglaub. "Neufundländer wurden in ihrem Ursprungsland als Fischerhunde gezüchtet. Sie haben kräftige Muskeln und damit Boote rausgezogen", weiß die Vogtländerin. In Neufundland seien sie jedoch kaum mehr anzutreffen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...