Krankenhaus stellt sich auf älter werdende Patienten ein

Die Geriatrie-Abteilung am Klinikum Obergöltzsch in Rodewisch hat sich zum Tag der offenen Tür erstmals einem breiten Publikum vorgestellt.

Rodewisch.

Der Anfang ist gemacht: 15 Patienten kann die Abteilung für Geriatrie am Rodewischer Klinikum Obergöltzsch aufnehmen. Seit dem 1. Juli werden auf Station 4 ältere Menschen nach Stürzen, Operationen, Herzinfarkten, internistischen Eingriffen oder Unfällen wieder auf die Beine gebracht. Wie das geschieht, konnten Interessierte am Samstag vor Ort erfahren. Als eine von vielen Abteilung und Einrichtungen am Klinikum stellte sich die Geriatrie als jüngste zum Tag der offenen Tür vor.

"Es ist gut, dass es endlich so was hier in der Umgebung gibt und man sich umfassend informieren kann", fand Annegret Singer. "Aber 15 Betten, das klingt ziemlich wenig bei den vielen älteren Leutchen. Denen kann schnell mal was passieren." Tatsächlich soll und kann es bei der bisherigen maximalen Aufnahmezahl nicht bleiben, kündigte Verwaltungsdirektorin Beate Liebold an. Zumal alle Betten umgehend belegt waren und die Situation nach wie vor die gleiche ist. "Wir werden wachsen, wollen aber den zweiten Schritt nicht vor dem ersten machen", sagte sie. Denn dafür brauche es auch mehr Personal und die entsprechende Finanzierung. Fachkräfte aus vielen verschiedenen Disziplinen bilden ein Therapie-Team.


Beate Liebold ist froh, dass die Abteilung Altersmedizin nach langem Kampf einziehen konnte. Lange heißt: acht Jahre. Die erste Beantragung reicht ins Jahr 2011 zurück. Im Sächsischen Krankenhausplan fand Rodewisch damals keine Berücksichtigung. Und das, obwohl die Betten dringend gebraucht wurden. "Der Bedarf ist ganz klar da", betonte Dani Novak, Leitender Oberarzt auf der Geriatrie-Station. Und Statistiken sprechen für sich: Auch die Sachsen werden immer älter. "Wir liegen hier sogar schon über dem deutschen Durchschnitt und das Vogtland über dem sächsischen", erklärte Beate Liebold. Die nächsten Anlaufstellen für Geriatrie-Patienten sind Plauen und Adorf.

Die Rodewischer Geriatrie-Patienten kommen überwiegend aus der Region und oft aus dem eigenen Haus. Das heißt, wer nicht sofort in die heimische Umgebung entlassen werden kann, wird von der Unfallchirurgie oder internistischen Abteilung auf Station 4 verlegt. Therapieziel ist es, die Gesundheit soweit wiederherzustellen, dass eine Bewältigung des Alltags möglich ist und Heimunterbringung vermieden werden kann. Dani Novak zufolge gelingt das in 90 Prozent der Fälle.


Spezialisten arbeiten im Team

In die geriatrische Abteilung werden Menschen ab 65 Jahre aufgenommen. Dabei müssen mehrere Kriterien erfüllt sein: Der Patient darf nicht bettlägerig sein und keine Infektionen oder psychischen Störungen mitbringen. Außerdem muss die Aussicht auf Erfolg bestehen. Das Behandlungsteam besteht unter anderem aus Fachärzten, Physio- und Ergotherapeuten, Mitarbeitern von Pflege- und Sozialdiensten, Logopäden, Psychologen, Seelsorgern und Ernährungsberatern. Neben dem Muskelaufbau werden Sensibilität, Hirnleistung und Gleichgewichtssinn trainiert. (dien)

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