Kürbisse: Kunst statt Kochtopf

Eine kunterbunte Kale- bassen-Ausstellung in der Werdaer Heimatstube hat am Kirmeswochenende farbliche Akzente gesetzt.

Werda.

Sie sind kugelrund, gertenschlank oder beides. Einige hängen an Holzträgern, die meisten machen es sich auf der langen Tafel bequem. An die 100 bemalte Kalebassen hat Barbara Kriebel am Samstag in der Werdaer Heimatstube gezeigt. Und damit zur zweitägigen Kirmes künstlerische Glanzlichter gesetzt. Die Resonanz hielt sich jedoch in Grenzen. Möglicherweise, weil der Stubenbesuch einen kurzen Fußmarsch vom Festgelände erforderte. "Das ist schade", sagte Mit-Hausherr Michael Reinwarth. Zumal die befreundete Ausstellerin extra aus Luckau bei Altenburg anreiste.

Wer sich das Gezeigte zu Gemüte führen wollte, musste etwas Zeit investieren. Denn Barbara Kriebel macht aus den Flaschenkürbissen 380-Grad-Gemälde: Landschaften, Tiergesichter, Figuren, Tannenbaumkugeln, Weihnachtsmänner, Vogel-Futterhäuschen und filigrane Fantasieobjekte. Bis so ein Ziergemüse Ausstellungsreife erlangt, gehen abhängig von der Wuchsform einige Stunden ins Land. Denn die Kürbisse spielen in unterschiedlichen Größen- und Gewichtsklassen. Kleine ähneln Feigen, der stattlichste misst etwa 40Zentimeter.

Bevor Barbara Kriebel loslegen kann, muss der getrocknete Kürbis enthüllt werden. Die Schale eigne sich nicht fürs Bemalen, sagte sie. Ist diese Schicht entfernt, hat es die Freizeit-Künstlerin mit einem holzartigen Werkstoff zu tun. Der wird zuerst weiß grundiert. "Dann nehme ich mir vor, was ich malen will", erzählte Barbara Kriebel. Auf der Suche nach Ideen wird sie oft in der Natur fündig. Allerdings richtet sich die Motivwahl auch nach der Kürbisform. Und davon gibt es viele: Apfel und Birne, Schwan, Schlange, Cannonball, Marenca und Dipper in Extralänge zum Beispiel.

Sämtliche Kalebassen stammen aus dem eigenen Garten. "Mein Mann baut sie an", sagte Barbara Kriebel. Auf den Geschmack kam die 73-Jährige, als sich ihre Tochter vor acht Jahren ans Verzieren machte. Im Umgang mit Pinsel und Acrylfarbe war Barbara Kriebel damals schon versiert. Außer regulären Bildern bemalt sie Fässer, Gieß- und Milchkannen. Flaschenkürbisse üben einen besonderen Reiz auf sie aus: "Da muss ich überlegen, was ich auf die andere Seite male."

Kalebassen gehören zu den ältesten Kulturpflanzen. Und sie sind vielseitig einsetzbar. Zwar überwiegend zum Aufbewahren und Transportieren von Flüssigkeiten verwendet, findet der ausgehöhlte Kürbis auch als Musikinstrument und eben als Motivträger Anwendung.

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