Laubenknacker bekommt Haft-Zuschlag

Zu neun Monaten Haft ist ein 53-Jähriger verurteilt worden, der in Auerbacher Gärten einbrach. Er hat viel auf dem Kerbholz.

Auerbach/Zwickau.

Schon seine Maurerlehre machte der Zwickauer im DDR-Jugendwerkhof in Torgau, danach rückte er fast jährlich ins Gefängnis ein. Auf sage und schreibe 25 Vorstrafen kommt der 53-Jährige, der am Dienstag zum Berufungsverfahren im Zwickauer Landgericht kam - vorgeführt aus der Justizvollzugsanstalt Zeithain. Diesmal ging es um einen Raubzug durch drei Gartenlauben am Auerbacher Katzenstein, die der Mann am 13. April 2017 heimgesucht hatte. Er stahl dort laut Anklage Schwingschleifer, Kettensäge, Benzinkanister, Verlängerungskabel und einen Fahrrad-Anhänger.

Neun Monate Haft hatte ihm das Amtsgericht Auerbach dafür bereits aufgebrummt - angesichts der ellenlangen kriminellen Karriere des Zwickauers ohne Bewährung. Zudem waren 230 Euro eingezogen worden, die mutmaßlich aus dem Verkauf der Beute stammten. In den Pausen zwischen seinen Knast-Visiten hatte der Angeklagte noch zu DDR-Zeiten als "Beifahrer" gearbeitet, nach der Wende bei einem Abrissunternehmen und als Produktionshelfer, inzwischen bezieht er eine kleine Erwerbsminderungs-Rente. Die wollte er durch die Einbrüche offenbar aufbessern, um Drogenbeschaffung ging es nach den Angaben seines Anwalts nie. Der Mann wurde fast immer wegen Diebstählen und Fahrens ohne Fahrerlaubnis verurteilt - aus dem Rahmen fällt allerdings der sexuelle Missbrauch eines Kindes. Nach diesem Verbrechen verbrachte er einige Jahre im Maßregelvollzug einer psychiatrischen Klinik.

Im Berufungsverfahren ging es im Wesentlichen darum, ob der jüngste Laubeneinbruch mit anderen Delikten zusammengefasst und so eine Gesamtstrafe gebildet werden könnte, wodurch er insgesamt eine Art Strafrabatt hätte bekommen können. Doch dies war laut Richter Rupert Geußer nicht möglich: Diese Einbeziehung gebe es nur einmal, und davon habe der Mann bereits profitiert. In Absprache mit seinem Anwalt zog der Angeklagte seine Berufung daraufhin zurück, das Auerbacher Urteil bleibt somit gültig. Praktisch bedeutet dies, dass der 53-jährige Intensivtäter durch die neue Strafe bis Ende 2022 hinter Gittern bleibt, wenn er die Haft komplett absitzen muss. Auf eine vorzeitige Entlassung kann er vermutlich nicht hoffen.

Nach Einschätzung von Holger Dieg, Chef der Kripo im Revier Auerbach, sind für Einbrüche in Gartenlauben der Region im großen Ganzen immer dieselben Kleinkriminellen verantwortlich: "Das sind ein, zwei Handvoll Leute. Wir kennen die meisten Namen, aber es muss natürlich alles nachgewiesen werden."

Regelmäßiges Ziel von Einbrechern ist beispielsweise die Rodewischer Kleingartenanlage "Am Bahnhofsweg", wo in einzelne Lauben in den vergangenen Jahren schon 18-mal eingestiegen worden sein soll - zuletzt kamen die Täter im November. Im Oktober hatte die Polizei einen Erfolg verbucht: Sie ertappte einen 48-jährigen Einbrecher auf frischer Tat, der in drei Gartenlauben an der Auerbacher Schulstraße eingestiegen war. (mit suki)

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