Lesung erinnert an John Lennon

Achim Amme und Volkwin Müller gastierten in Auerbach mit einem Programm über das Leben des Ex-Beatles. Aber auch neue Musik war im Angebot.

Auerbach.

Wie "tickte" John Lennon wirklich? Wie sah es hinter der Fassade des Beatles-Gründers aus? Mit tiefen Einblicken in Persönlichkeit, Privat- und Künstlerleben haben Achim Amme und Volkwin Müller am Samstag in der Auerbacher Göltzschtalgalerie Nicolaikirche Station gemacht. Ihre musikalische Lesung beleuchtete Lennons letzte zehn Jahre bis zu seiner Ermordung 1980. Zwar blieb das Publikum überschaubar. Wer dem Hamburger und Detmolder gegenübersaß, war jedoch sichtlich ergriffen.

Grundlage für die Lesung bildeten Passagen aus Philip Norman's 2008 erschienener, 1024 Seiten starker Biografie "All you need is love - Lennon's letzte Jahre". Mit mehr als genug Material ausgestattet, schaffte es Achim Amme in zwei Stunden, ein lebendiges Porträt von John Lennon und dessen Frau Yoko Ono zu zeichnen. Oft ließ er die beiden selbst zu Wort kommen. Licht fiel nicht nur auf Lennons Solopfade als Musiker und seine Rolle in der Friedensbewegung nach dem Umzug von Großbritannien nach New York, sondern auch auf Ehehöhen und -tiefen. Auf Alkoholexzesse, die seine Arbeit negativ beeinflussten. Auf die Geburt des gemeinsamen Sohnes Sean und den folgenden fünfjährigen Rückzug aus dem Musikgeschäft. Amme zeichnete das Bild eines fürsorglichen Vaters, der andererseits nicht frei von Selbstzweifeln war. Lennons Leben sollte abrupter enden als die Beatles-Karriere: Im Dezember 1980 wurde er von einem verwirrten Ex-Fan erschossen.

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Zwischen den Textpassagen überließ Amme immer wieder John Lennon das gesungene Wort - entweder original vom Band oder interpretiert von Gitarrist Volkwin Müller. Manchmal hörten die Gäste Amme-Müller-Duette. Beide verbindet nicht nur die Begeisterung für die "Pilzköpfe". Als Sänger und Songwriter sind sie seit Jahrzehnten auf Bühnen und im Rundfunk präsent. Achim Amme ist obendrein als Schauspieler unterwegs und hat sein neuntes Buch mit Versen aus dem letzten Jahrhundert vollendet.

Die Veröffentlichung von Ammes siebtem Musikalbum ist für Anfang Mai geplant. Einige Exemplare hatte er am Samstag dabei, sodass die Gäste in den Genuss seines "Ammerica"-Albums kamen. Das Wortspiel im Titel zielt auf einen besonderen Umstand ab. Er schrieb die Songs vor 50 Jahren als Austauschschüler einer amerikanischen Highschool und ließ sie danach liegen, weil er nach der Rückkehr nur noch "deutsche Sachen machen" wollte. Das änderte sich 2010, als sich John Lennons Tod zum 30. Mal jährte und die Beatles-Auflösung zum 40. Mal. Amme stellte eine Beatles-Tribute-Band auf die Beine, entwickelte zwei Tour-Programme und schöpfte daraus für seine Lesungen.

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