Linke regt Stolpersteine an

Der Künstler Gunter Demnig hat die Erinnerungsstücke an Nazi-Opfer schon in Falkenstein und Auerbach gesetzt. Wird auch Treuen Bestandteil dieses Kunstprojektes?

Treuen.

Seit dem Jahr 1992 hinterlässt der Künstler Gunter Demnig mit seinem Kunstprojekt Stolpersteine in Europa Spuren. Mehr als 70.000 dieser Steine mit Namen von Opfern des Nationalsozialismus wurden seitdem verlegt; im Vogtland unter anderem in Plauen, Auerbach und Falkenstein - an Plätzen, die mit den Opfern in Verbindung stehen. Geht es nach der Fraktion Die Linke, gehört demnächst auch Treuen dazu. Die Ratsfraktion hat jetzt einen Antrag eingereicht, der alles dafür notwendige auf den Weg bringen soll - von der Genehmigung für die Nutzung des öffentlichen Raumes für das Verlegen der Stolpersteine über Forschungen zu den Opfern bis zur Klärung organisatorischer und finanzieller Fragen.

"Aus unserer Sicht ist es dringend geboten, unsere Geschichte greifbar und für die Bürger erlebbar zu machen. Das nationalsozialistische Grauen hat nicht nur in Auschwitz und Buchenwald seine Spuren hinterlassen", begründet Fraktionssprecher Jürgen Jahn den Antrag der Linken. Über verschiedene Rechercheportale hat er aus Treuen stammende oder mit der Stadt in Verbindung stehende Juden ermittelt, die von den Nazis umgebracht wurden. An diese Personen könnte mit den Stolpersteinen erinnert werden. Seine Recherche sieht Jahn nur als ersten Schritt. "Das Erforschen der Schicksale dieser Menschen könnte im Rahmen eines Schüler-Projektes erfolgen", lautet Jahns Anregung, von der er hofft, dass sie bei Bürgermeisterin Andrea Jedzig (Einzelkandidatin/CDU) und den anderen Ratsfraktionen Unterstützung findet.

Zur Finanzierung der Stolpersteine für Menschen aus Treuen schlägt die Linke ein Spendenkonto vor, das von der Stadt eingerichtet wird. Derzeit belaufen sich die Kosten pro Stolperstein auf 120 Euro.

www.stolpersteine.eu

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