Links geht wieder getrennte Wege

Wahl 2019: Am Sonntag wird Treuens Stadtrat neu gewählt. Mit welchen Ideen die Parteien um Wähler werben.

Treuen.

Egal wie das Ergebnis der Kommunalwahl in Treuen ausfällt, eines steht bereits vor dem Wahltag fest: Eine gemeinsame Fraktion von Die Linke und SPD wird es im neuen Stadtrat nicht geben. Für den Fall, dass er wieder in den Rat gewählt wird, will Manfred Puschmann die Fraktionsgemeinschaft mit den Linken nicht fortsetzen, kündigte der SPD-Einzelkämpfer im Rat und Vizebürgermeister an.

"Ich wurde zuletzt mehr und mehr übergangen. Dazu kommen die Kampagnen, die Die Linke fährt - das ist nicht meins", begründet Puschmann seine Entscheidung. Vielmehr kann er sich vorstellen, im Falle seiner Wahl in der Fraktion der CDU mitzuarbeiten. Ein gemeinsames Projekt könnte der Einsatz für mehr Bauland sein, damit Treuen attraktiv für Neubürger ist. Sollte keine Zusammenarbeit zustande kommen, würde Puschmann auch als Einzelkämpfer im Stadtrat wirken, denn ein Zusammengehen mit DSU oder Freien Wählern schließt er aus.


Die Personalie ist bislang das einzige Ausrufezeichen im verhalten geführten Kommunalwahlkampf in Treuen. Die Auseinandersetzungen, die die Debatten im Stadtrat prägen, werden wohl auch künftig auf den Ratssaal beschränkt bleiben. Denn wirklich kontroverse Themen gibt es in Treuen derzeit nicht: Badsanierung, Verkehrskonzept oder Gewerbeansiedlung - die Positionen der Parteien und Vereinigungen unterscheiden sich allenfalls in Nuancen.

Beim Blick in die Parteiprogramme zur Kommunalwahl finden sich neben allgemein gehaltenen Aussagen wie zum Beispiel zur Unterstützung des Ehrenamtes oder der Forderung nach Verbesserungen beim Öffentlichen Personennahverkehr auch konkrete Ziele, die die Parteiprogramm für die Wähler unterscheidbar machen. So will sich die CDU für die Eröffnung einer Kinderarztpraxis in Treuen einsetzen; die DSU eine Gemeindeschwester zu bedürftigen älteren Bürgern schicken. Beide Vorschläge macht auch die Linke, die für ein Medizinisches Versorgungszentrum in Treuen plädiert, das zudem auch Sprechstunden in Augenheilkunde und Orthopädie anbieten soll.

Die Linke räumt Bürgerbeteiligung großen Raum ein. Forderungen nach projektbezogenen Einwohnerversammlungen, Rederecht für Bürger im Rat und einem Bürgerhaushalt stehen im Wahlprogramm ganz vorn. Zu den Forderungen auf sozialem Gebiet gehört die nach einem kostenlosen Mittagessen in Kitas und Schulen im Treuener Land. Erster Schritt könnte die Begrenzung des Elternanteils auf einen Euro pro Tag sein, so der Vorschlag.

Zu den Vorschlägen, die die Freien Wähler unterbreiten, gehören ein Kunstrasenplatz im Treuener Land, eine Bürgerinformation im Stadtzentrum und der Erhalt der historischen Stadtansicht, etwa durch Sanierung des Hauses Markt 4.

Die Verbindung der Stadt und der Ortschaften durch ein Rad- und Fußweg-Netz findet sich ebenfalls bei den Freien Wählern, aber auch bei den Linken. Ebenfalls in beiden Wahlprogramm zu finden ist die Forderung nach neuen bzw. wiedererrichteten Bahnhaltepunkten in Gospersgrün, Eich, Buch und im Gewerbegebiet. Linke und CDU sind sich wiederum einig in der Forderung, dass der Polizeiposten Treuen personell gestärkt werden muss und Treuen einen Bürgerpolizisten als Ansprechpartner benötigt.

Das Wahlprogramm der DSU ist von Seitenhieben auf andere Parteien, patriotischen Appellen und Streicheleinheiten für den Osten geprägt. Aber mit Forderungen nach Straßenbau in Perlas und Mahnbrück sowie dem Abriss einer Hausruine an der Lessingschule finden sich auch konkrete Vorhaben.

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