Logistikzentrum Herlasgrün: Landkreis sieht keine Chance

Die Wirtschaftsförderin äußert sich erstmals zum umstrittenen Projekt. Die Antwort interessiert auch im benachbarten Treuen.

Herlasgrün/Treuen.

Nach mehrmaligen Nachfragen der "Freien Presse" hat Wirtschaftsförderin Marion Päßler jetzt während eines IHK-Pressegesprächs bestätigt, dass sie Kenntnis über die Pläne des Wirtschaftsministeriums zu einem Güterumlageplatz in Herlasgrün hat. "Es steht so zwar in den Plänen drin, tatsächlich aber handelt es sich um nur ein Gleis. Die Voraussetzungen dort sind nicht geschaffen, um ein großes Umschlagzentrum anzusiedeln. Dafür reicht schlicht der Platz nicht", sagte sie. Der Landkreis könne die Gemeinde Pöhl allenfalls bei der Erschließung des bisher untersuchten Gebiets unterstützen. "Die Entscheidung aber liegt bei der Gemeinde, wir haben keine Planungshoheit", betonte Päßler. Investoren-Anfragen von Logistikunternehmen liegen der Kreisbehörde für die Flächen bislang nicht vor, so die Auskunft.

Mit Bürgermeisterin Daniela Hommel-Kreißl (FDP) sei nach dem Gemeinderatsbeschluss von 2017 die Option auf die Einbindung des vorhandenen Gleisanschlusses bei einer möglichen Firmenansiedlung abgesprochen. "Nur, wenn das gewollt ist und Sinn macht", betonte Päßler. Das Bekanntwerden der Pläne des Wirtschaftsministeriums schlug in Pöhl hohe Wellen. Bislang habe Päßler nicht mit der Bürgermeisterin gesprochen, da sie im Urlaub war. Nun will sie anrufen.

Unterdessen sind auch Bürger im benachbarten Pfaffengrün wegen des möglichen Logistikstandorts Herlasgrün in Sorge. Ihr Ortsvorsteher Volkmar Schwarz appellierte deshalb in der jüngsten Sitzung des Stadtrates Treuen an die Verwaltung, die Bürger und den Ortschaftsrat rechtzeitig einzubeziehen, sollte die Stadt von entsprechenden Planungen Kenntnis erhalten. "Ein solches Projekt wäre mit einem wachsenden Verkehrsaufkommen verbunden. Das würde vor allem die Bewohner von Pfaffengrün und der Goldenen Höhe treffen - wieder einmal", sagte er in der Einwohnerfragestunde und verwies dabei auf die bereits bestehenden Belastungen der Anwohner durch die Autobahn und den Verkehr zu den Treuener Gewerbegebieten. (nij/how)

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