Marienstein bei Schreiersgrün: Wallfahrtsort wird wiederbelebt

Für den Traditionsverein zählt nicht nur die Feuerwehr. Die Mitglieder wollen auch die Geschichte ihres Dorfes bewahren.

Schreiersgrün.

Sagen und Legenden ranken sich um den Marienstein bei Schreiersgrün. In manchen Familien im Dorf sind die Geschichten noch bekannt, die es zu der auf 565 Metern Höhe gelegenen Felsformation im Fronberggebiet gibt. Der Traditionsverein Feuerwehr Schreiersgrün möchte, dass dieses Wissen über die Heimat bewahrt wird und hat sich des Areals angenommen: Auf Initiative der Vereinsmitglieder wurde ein Lehrpfad angelegt, der den Marienstein erschließt.

"Die Idee ist zwei Jahre alt", erinnert sich Vereinsvorsitzender Robert Tiepner. Der vor zwölf Jahren gegründete Verein unterstützt die Feuerwehr, engagiert sich aber auch sonst im Treuener Ortsteil. Das Projekt "Marienstein" ist eine Nummer größer als die bisherigen: Absprachen mit der Stadt und privaten Waldbesitzern waren zu treffen, Sponsoren zu gewinnen und unzählige Arbeitsstunden zu leisten. Inzwischen sind Weg und sagenumwobener Wallfahrtsort soweit hergerichtet, dass alles eingeweiht werden kann. Der Termin steht schon fest: am Samstag vor dem katholischen Feiertag Maria Himmelfahrt (15. August) soll das Marienstein-Areal mit Holzkreuz und Marien- figur, Infotafeln und Rastplätzen eingeweiht werden. "Am 10. August. Mit Pfarrer, einer Feier am Sportplatz und hoffentlich vielen Wanderfreunden", blickt Tiepner voraus.


Älteren Schreiersgrünern ist die Granit-Felsformation des Mariensteins auch als Mutter-Gottes-Stein bekannt. Zur Zeit der Besiedelung der Region im 12. Jahrhundert soll sich dort ein Wallfahrtsort mit einer Kapelle befunden haben. Das Holzkreuz und die Marienstatue sollen daran erinnern. Die Marienfigur aus Holz hat Vereinsmitglied Georg Gräßler gestaltet. "Ich stamme aus dem Erzgebirge und habe von Kindheit an geschnitzt", berichtet der 69-Jährige. Der promovierte Pädagoge hat auch die Informationen zusammengetragen, mit denen auf drei Tafeln über Mutter-Gottes-Stein, Marienkapelle und Marienquelle informiert wird.

Markiert ist der neue Weg mit einem Symbol, in dem ein Hammer Gestein zertrümmert. "Hier im Fronberggebiet von Schreiersgrün gab es früher etliche Steinbrüche. Daran wollen wir mit einem Lehrpfad erinnern, den unser Verein in den nächsten Jahren schrittweise aufbauen wird", kündigt Robert Tiepner an.

Wie viele der rund 16 alten Granitbrüche und Löcher sich per Rundwanderweg erschließen lassen, sei noch nicht absehbar, sagt Tiepner und verweist auf die Verhandlungen, die mit den Grundstückeigentümern geführt werden müssen. Am Ende könnte eine vier bis fünf Kilometer lange Runde entstehen, die auch Grünerts Pöhl und Tiepners Knock einbezieht. Mit dem Teilstück zum Marienstein ist jedenfalls ein Anfang gemacht.

Und auch sonst ist mit der Marienstein-Einweihung das Projekt des Traditionsvereins noch nicht abgeschlossen: Geplant sind gedrucktes Infomaterial zum Wanderweg, dessen Hinterlegung im Geoportal des Vogtlandkreises und Stempel, mit denen sich Wanderfreunde ihre Tour auf den Spuren der Geschichte von Schreiersgrün in den Gaststätten bestätigen lassen können. "Das wäre dann auch ein kleiner Beitrag zum Tourismus in der Region", unterstreicht Robert Tiepner.


Abstecher zum Marienstein

Der Weg zum Marienstein beginnt am Sportplatz Schreiersgrün; den auch der Treuener Rundwanderweg und Wege durchs Fronberggebiet tangieren. Der rund einen Kilometer lange markierte Pfad zum Marienstein zweigt vom regulären Wanderweg nach Reumtengrün (rote Markierung) ab und ist als Variante ausgewiesen.

Die offizielle Einweihung des Marienstein-Areals findet am 10. August, 10.30 Uhr statt, Treffpunkt ist am Sportplatz. Der Weg und das Gelände sind bereits jetzt soweit fertiggestellt, dass alles zugänglich ist. (how)

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