Markt-Ruf überschreitet Ländergrenzen

Mehrere Tausend Besucher sind am Wochenende über den Auerbacher Töpfermarkt geschlendert. Zur 23. Ausgabe waren zwei neue Stände - und ein altbekannter dabei.

Auerbach.

Zufrieden blickt Helmut Forner auf das Gewusel um ihn herum. Auch zum 23. Mal gelang es dem gestandenen Töpfermeister mit Unterstützung des Auerbacher Marketingvereins "Wir in Auerbach" (Wia) und der Stadtverwaltung wieder, den Auerbacher Töpfermarkt zum Publikumsmagneten zu machen. Es sei jedoch schwierig, genaue Besucherzahlen zu ermitteln, sagte er. Schließlich werde kein Eintritt verlangt. Über den Daumen gepeilt seien am Samstag und Sonntag jeweils zwischen 4000 und 5000 Ton- und Keramikfreunde da gewesen. Auf dem Altmarkt und in der angrenzenden Amtsstraße standen Händler von 58 Töpfereibetrieben Seite an Seite. Acht Bundesländer waren vertreten, dazu zwei aus Tschechien und einer aus Ungarn. Zu haben ist seit jeher alles - vom rustikalen Topf bis zur filigranen Tischdekoration.

Peggy Nothnagel aus Großpösna bei Leipzig baute erstmals ihren Stand in Auerbach auf. Ein guter Ruf spreche sich unter Töpfern herum, erzählte sie. "Die Leute sind hier sehr interessiert an Keramik", schilderte die Töpfermeisterin eigene Eindrücke. "Ich verkaufe gerade richtig viel Raku, das habe ich auf anderen Märkten nicht erlebt." Raku ist eine etwa 500 Jahre alte japanische Brenntechnik. Dafür hat sie vor fünf Jahren selbst einen funktionierenden Ofen gebaut - aus einer Regentonne. Zunehmend Sorgen macht sich Peggy Nothnagel um ihren Berufsstand, weil der Nachwuchs fehlt: "In Naumburg gibt es noch die einzige Töpferschule in ganz Ostdeutschland."


Claudia Kreisig aus Plauen ist die zweite Neue im Bunde. Mit dem Gang nach Auerbach erweiterte sie ihr Spektrum. "Ich war immer auf anderen Märkten unterwegs, da ging es mehr um Kunsthandwerk", erzählte die Familienbetrieb-Inhaberin. "Hier läuft es sehr gut. Ich fühle mich wohl", sagte sie. "Mich erstaunt, dass trotz der vielen Töpfer jeder seinen eigenen Stil hat und keine Konkurrenz entsteht." Gekauft werde vornehmlich Gebrauchskeramik, Dekoratives und Lichthäuser, auch Gartendeko. Lange auf Kundschaft warten musste Kreisig nicht. "Man hat oft Märkte, wo viele Leute nur gucken. Hier kommen sie gezielt zum Kaufen."

Hans Holland aus Elstra bei Kamenz hat noch keinen Auerbacher Töpfermarkt verpasst. "Hier gibt es nette Leute, und das ist alles gut organisiert", so sein Urteil. Außerdem schätzt er den Sachverstand vor Ort. "Der Veranstalter ist ein Kollege, der weiß, worauf es für Töpfer auf dem Markt ankommt. Er fährt selber auf Märkte." Holland verkauft nicht nur, er führt Gästen auch vor Augen, wie aus schlichten Tonklumpen lustige Tierfiguren entstehen. "Normalerweise ist unser Metier Gebrauchsgeschirr. Mit den Vorführungen wollen wir zeigen, dass wir mehr können als Tassen und Teller", erklärte der Töpfermeister. "Keramik ist ein unheimlich weites Feld."

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...