Massives Geschenk zum Zehnjährigen

Erstmals in seiner Geschichte hat Rützengrün ein Bürgerhaus. Innen ist alles fertig. Ein Detail der Außengestaltung ist noch nicht geklärt.

Rützengrün.

Am Giebel steht noch mit großen Lettern: Freiwillige Feuerwehr Rützengrün. Nutzer des Hauses in Ortsmitte ist sie schon seit sieben Jahren nicht mehr. Damals sicherte sich der Heimatverein die Räume und musste sich mit einem Standard arrangieren, der schwer in die Jahre gekommen war. Ab September 2019 sogar mit Baustellen-Atmosphäre. Die ist seit einem Monat Geschichte, und am Mittwochabend wurde Einweihung gefeiert.

Das Mehrzweck-Objekt mit dem Heimatverein als Mieter und Hauptnutzer ist das erste seiner Art im Rodewischer Ortsteil. Und, so Bürgermeisterin Kerstin Schöniger (CDU), "das einzige Gebäude hier, das wir als Stadt noch haben". Auch einen Laden und Kommunikationspunkt gäbe es sonst nicht. Der Verein darf sein innen runderneuertes Domizil kostenfrei nutzen. Das hörten Oberhaupt Roby Wolf und seine 34 Mitstreiter im zehnten Jubiläumsjahr gerne.

Während der achtmonatigen Bauzeit erhielt das Gebäude unter anderem eine neue Elektro-Einrichtung und eine Heizung. "Vorher war gar keine drin", erzählte Ortsvorsteher Christof Lanitz (Bürgerinitiative). Küche und Toilette sind saniert, die Wände frisch verputzt. Der kleine Raum in der oberen Etage ist hergerichtet, die steile Treppe sicher und ansehnlich gestaltet. Und vor allem: Das Fußboden-Gefälle ausgeglichen, wo einst Einsatzfahrzeuge parkten und sich jetzt der Vereinsraum befindet. Sämtliche vom Heimatverein angeschaffte Möbel stehen auf neuem Belag. Wer sich draußen vor der Tür aufhalten möchte, kann auf Bänken Platz nehmen.

63.500 Euro kostete die Sanierung. Dazu kommt Vereins-Eigenleistung im Wert von 5000 Euro. Mit gut 50.000 Euro beteiligt sich die Europäische Union über ihr Leader-Förderprogramm an der Finanzierung. Vor einer Herausforderung stehen die Heimatfreunde aktuell noch: Der kupferfarbene Feuerwehr-Schriftzug soll nicht bleiben, aber auch nicht weg. "Wir sind intern noch am Beraten und in einer Art Wettbewerb, was wir aus den Buchstaben formulieren könnten", sagte Roby Wolf. "Das ist kein Feuerwehrhaus mehr, wir wollen aber, dass seine frühere Nutzung noch zu erkennen ist." Schließlich investierten die einstigen "Bewohner" viel Kraft und Zeit. In den 1950er Jahren entstand die Fahrzeughalle, drei Jahrzehnte später der Anbau - beides in Eigenregie. 2013 wurde die Ortsfeuerwehr aufgrund schwindender Mitgliederzahlen nach Rodewisch eingegliedert.

Im Vereinsheim wird es künftig Vorträge, Leseabende und Bastelstunden geben, außerdem Ortschaftsratssitzungen und auch mal eine Stadtrats-Zusammenkunft. Als erste kulturelle Veranstaltung 2020 steht die Seniorenweihnachtsfeier im Kalender.

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