Mehr Frauen und mehr Plauen im neuen Kreistag

Wahlen 2019 Die Kreistagswahlen im Vogtland haben neben den nackten Ergebnissen auch einige Auffälligkeiten mit sich gebracht. Eine kleine Nachlese.

Jung und alt: Jüngster Kreisrat wird voraussichtlich Patrick Müller bei den Linken sein. Der Werkzeugmechaniker aus Auerbach ist Jahrgang 1995. Manfred Puschmann (SPD) aus Treuen ist mit Jahrgang 1946 der älteste Kreisrat. Der Altersdurchschnitt des Kreisparlaments liegt bei weit über 50 Jahren.

Frauen-Anteil: Während im Vogtlandkreis 51,2 Prozent der Bevölkerung weiblich sind, sind im Kreistag nicht einmal 20 Prozent Frauen. Ihr Anteil wird immerhin geringfügig steigen: Von bisher 16 auf künftig 17 Kreisrätinnen. Die Linken (36,6 Prozent) und die SPD (33,3) sind die Fraktionen mit dem höchsten Anteil an Frauen.


Rache ist weiblich: Im Wahlkreis 6 hat auf Listenplatz 1 der CDU die Bundestagsabgeordnete Yvonne Magwas mit mehr als 3000 Stimmen Knut Kirsten aus dem Kreistag gekegelt, der auf Platz 2 nur knapp 900 Stimmen erhielt. Kirsten und Magwas arbeiteten Mitte der 1990er Jahre Seite an Seite in der Jungen Union. Während die eine Karriere in der großen Politik machte, blieb Kirsten stets in der Kommunalpolitik. 2017 kreidete der konservative Kirsten der katholischen Magwas einen Auftritt als Rednerin bei der Jugendweihe an und lieferte sich ein öffentliches Scharmützel mit ihr. Die meisten Stimmen ergatterte Magwas trotz Platz 1 auf ihrer Liste nicht: Joachim Otto auf Platz 3 kam auf exakt 3551 Stimmen - 399 mehr als Magwas.

Plauen-Präsenz steigt: Der Anteil Plauener Vertreter im neuen Kreistag steigt von 22 auf künftig 25 von 86 Abgeordneten. Dennoch ist die Beteiligung an der Kreistagswahl in Plauen immer noch niedriger als im Rest des Landkreises. Bei annähernd gleicher Wahlbeteiligung zwischen Stadt und Umland würden Plauener Vertreter etwa ein Drittel der Mandate im Kreistag erreichen. Das wären 28 Sitze.

Stellvertreter übertrumpft Chef: Der Plauener Vize-OB Steffen Zenner (CDU) erreichte mit mehr als 4000 Stimmen nicht nur das beste Resultat aller CDU-Kandidaten in den drei Plauener Wahlkreisen. Er übertrumpfte damit auch Plauens Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer, der auf der Liste FDP mit 2595 Stimmen ein Kreistagsmandat einfuhr.

Parteistrategie geht auf: Die Strategie von Parteien und Freien Wählern, Bürgermeister ins Rennen um Kreistagsmandate zu schicken, geht auf. Stehen Namen bekannter Ortschefs vorn auf dem Stimmzettel, werden sie fast durchgängig gut gewählt. Ergebnis: Im neuen Kreistag sitzen mit 20 aktiven oder ehemaligen Bürgermeistern so viele wie nie zuvor. Ohne Listenplatz 1 hat es allerdings für die Bürgermeister Sandro Bauroth (Elsterberg) und Daniela Hommel-Kreißl (Pöhl) nicht für einen Einzug in den Kreistag gereicht.

Doppelbelastung: Viele der neuen Kreisräte sind auch bereits ehrenamtlich als Abgeordnete in ihren Gemeinden aktiv - im Fall der Stadt Plauen zum Beispiel sind es 16 ihrer 25 Vertreter, die parallel auch für den Stadtrat gewählt sind.

Sängerinnen-Duell:Silke Fischer aus Beerheide hat auf der Liste der CDU den Einzug in den Kreistag verpasst. Sie erhielt 1000 Stimmen. Auf Listenplatz 4 in ihrem Wahlkreis reichte das nicht. Das Sängerinnen-Duell mit Jana Thiele hat sie trotzdem gewonnen. Die erreichte in ihrem Wahlkreis auf der Liste der DSU nur 133 Stimmen.

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