Methodisten feiern zwei Jubiläen

Vor 120 Jahren hat sich die Methodistische Gemeinde Rodewisch gegründet. Zehn Jahre später stand die Kirche - nach viereinhalb Monaten Bauzeit.

Rodewisch.

Auch wenn die Kirche der Methodistischen Gemeinde in Rodewisch zu den kleineren ihrer Art zählt: Einen stattlichen Eindruck macht sie trotzdem. Kaum zu glauben, dass sich die Bauzeit auf viereinhalb Monate beschränkte, staunt selbst Pastor Gerhard Künzel. Aber er hat es Schwarz auf Weiß. Aus erhalten gebliebenen Dokumenten gehen Grundsteinlegung und Fertigstellung hervor: 6. April und 27. August 1909. "Das kann man sich heute gar nicht vorstellen", sagt der Pastor.

Seit 110 Jahren steht also die Friedenskirche am Platz beziehungsweise am Berg. Ihre zugehörige Methodistische Gemeinde ist zehn Jahre älter. Obwohl es einiges zu feiern gibt, halten sich Gerhard Künzel und die etwa 200 Mitglieder etwas zurück. "Es gibt keine Festwoche", sagte er. Das hat man sich für den 125. Jahrestag vorgenommen.

Die Gemeindegründung kam durch eine einzige Person zustande. Hermann Fickelscherer war es, der einst den Weg bereitete. "1894 besuchte er seinen Bruder in Aue und lernte dort die Methodistische Kirche kennen", hat Gerhard Künzel den Hergang rekonstruiert. Erste Zusammenkünfte in Rodewisch fanden in kleinen Privaträumen statt, und die Besucher ließen sich an einer Hand abzählen. Das änderte sich bald dermaßen, dass eine Kirchenplanung notwendig wurde.

Seit Gerhard Künzel die Gemeinde 2012 übernahm, veränderte sich deren Mitgliederzahl kaum. "Zurzeit ist auch sehr erfreulich, dass wir viele Kinder dabei haben", freut sich der Pastor. An die 20 sind es aktuell. "Das kann man in der heutigen Zeit schon als Luxus bezeichnen", findet er. Irgendwann in der Gemeindegeschichte seien mal 250 Kinder zum Kindergottesdienst gekommen, erinnert er sich, kann aber den Zeitraum nicht eingrenzen. Auch bei der Kirchenmusik geben aktuell junge Menschen den Ton an. Sophie Kühlein ist 21, Daniel Schädlich 17 Jahre alt. "Die beiden Organisten spielen richtig gut", so Künzel. Er selbst fand über den Quereinstieg zum Beruf. Früher als Laienprediger in verschiedenen Kirchen unterwegs, absolvierte er parallel zur Praxis Ausbildungen und ein theologisches Aufbaustudium.

An der Kirche hat sich seit ihrem Bau bis auf eine Dach- und Fassadensanierung 2018 nichts verändert. Dafür umso mehr im Inneren. Der Altarraum, Fenster und Empore unterzogen sich Ende der 1950er Jahre einer Umgestaltung. Vor 20 Jahren folgte die zweite Innensanierung. 1961 war der Kirchturm umgebaut und knapp zehn Jahre später die Heizung rekonstruiert worden. Im Untergeschoss wohnten zuerst der Pastor und dann der Hausmeister. Heute befinden sich in der ehemaligen Wohnung Gemeinderäume.

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