Mit Hartnäckigkeit fürs Dorf

Mit der Wahlperiode endet auch die Amtszeit von Frank Walther als Ortsvorsteher. Der Schreiersgrüner zieht Bilanz.

Schreiersgrün.

20 Jahre in der Kommunalpolitik - für Frank Walther ist dieses Jubiläum der passende Zeitpunkt, um mit der im Juli endenden Wahlperiode sein Amt als Ortsvorsteher abzugeben. 15 Jahre hat er das Amt in Schreiersgrün bekleidet, davor lagen fünf Jahre im Ortschaftsrat. "Als der damalige Ortsvorsteher überraschend aufhörte, hab ich in meiner Naivität zugesagt", sagt 67-Jährige lachend. "Aber ich hab mich reingefitzt, wie man so sagt. Auch dank der Unterstützung aus dem Rat, aus dem Rathaus Treuen und durch meine Familie."

Dem neuen Ortschaftsrat wird der Ruheständler nicht mehr angehören. "Eine Entscheidung, die ich langfristig getroffen habe", sagt Walther. So wurde die Verjüngung der Ortsvertretung möglich. Und wenn es läuft wie geplant, dann leitet seine bisherige Stellvertreterin künftig dem Gremium. "So geht auch kein Wissen verloren", ist Frank Walther zuversichtlich. Zumal er weiter als Ansprechpartner bereitstehen werde. "Schließlich bin ich Schreiersgrüner durch und durch. Aber irgendwann ist es auch genug, jetzt kommt der Ruhestand", sagt der Elektroinstallateur, der seit vier Jahren Rentner ist.


Beim Blick zurück fallen Frank Walther nicht zuerst Erfolge ein, sondern der Verlust der Grundschule. "Ein Rückschlag fürs Dorf. Aber bei den wenigen Kindern wohl nicht abzuwenden", sagt er heute. Mittlerweile haben sich Schreiersgrün damit arrangiert, sagt der Ortsvorsteher. Die Schule beherbergt heute Wohnungen und biete dem Kindergarten Pfiffikus gute Bedingungen. "Nur die Fassade - da müsste was geschehen. Da dürfen wir bei der kommunalen Wohnungsgesellschaft nicht lockerlassen. Ebenso beim alten Gemeindeamt, das auch der TWV gehört", zählt Walther auf. Ebenfalls nicht mehr geschafft hat er es, dass der obere Teil des Reumtengrüner Weges saniert wird.

Und sonst? Das 800-Einwohner-Dorf ist komplett erschlossen, die Straßen sind saniert, die Wasserversorgung des Sportlerheimes gesichert, der Friedhof kein Stiefkind mehr. Projekte wie der Park an der Feuerwehr oder Stromversorgung für den Festplatz sind angeschoben. "Man darf nicht lockerlassen, muss sein Anliegen im Rathaus immer wieder in Erinnerung bringen", rät Walther zu Hartnäckigkeit.

Schreiersgrün sei als Dorf intakt, schätzt Frank Walther ein: Die Entscheidung nach der Wende, nicht auf Gewerbe, sondern aufs Wohnen zu setzen, sei richtig gewesen. "70 Eigenheime sind hier entstanden. Und steht im Dorf ein Haus zum Verkauf, ist es schnell weg", berichtet er. Damit Schreiersgrün lebenswert bleibt, dafür sind auch die Vereine wichtig, lobt Walther deren Engagement: Sportverein, Heimatverein, Feuerwehr-Traditionsverein, Seniorenverein - "jeder hat seinen Schwerpunkt". Aber man lege sich auch gemeinsam fürs Dorf ins Zeug: Besonders in Erinnerung geblieben ist nicht nur Frank Walther die 600-Jahr-Feier im Jahr 2013.

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