Mobilfunk: Standortvorschläge gesucht

Für Beerheide liegt ein Vorschlag für einen Funkmast-Standort auf dem Tisch, in Schnarrtanne wird gesucht. Manchen Bürgern wäre ein Standort dazwischen am liebsten.

Auerbach.

Statt zweier neuer Gittermaste - einer in Schnarrtanne, einer in Beerheide - nur einen zu bauen; am besten zwischen den Ortschaften, am Carlsturm oder in Grünheide - so manchem Bürger in beiden Auerbacher Ortsteilen wäre das am liebsten. Das zeigten Wortmeldungen in der Infoveranstaltung zum Bau neuer Funkmasten für den Ausbau des Mobilfunknetzes. Etwa 100 Bürger nahmen an der von der Stadt organisierten Veranstaltung in Beerheide teil. Die sollte schon im April stattfinden, war aber wegen Corona verschoben worden.

Was plausibel klingt - ein Mast, der die gesamte Region abdeckt - funktioniert funktechnisch nicht, erklärte Steffen Meißner unter Verweis auf die wabenförmige Struktur des Funknetzes. Das basiere auf dem Zusammenspiel vieler kleiner Stationen und ihrer Nähe zu den Nutzern. "Die erforderliche Kapazität des Netzes wird durch viele Mobilfunk-Basisstationen auf Funkmasten oder an Gebäuden erreicht. Nicht durch eine Station, die zwar weit ins Land funkt, deren Kapazität aber begrenzt ist", so der Inhaber des Büros, das für den Funkturm-Betreiber ATC geeignete Standorte sucht, auf denen gebaut werden kann.

Bei dem von Bund und Land als politisches Ziel ausgegebenen Ausbau der Mobilfunk-Infrastruktur "geht es um das Beseitigen weißer Flecken bei der Netzabdeckung im LTE-Standard", erklärte Bauamtsleiter Patrick Zschiesche. Das sei Daseinsfürsorge in Bezug auf die digitale Kommunikation - wie Wasserversorgung oder Stromanschluss.

Dass den Netzausbau nicht alle wollen, zeigten mehrere Wortbeiträge von Einwohnern: Mal sind es gesundheitliche Gründe - man sei extra nach Beerheide gezogen, weil hier die Belastung durch Mobilfunk vergleichsweise gering sei, so eine Frau. Mal wurde postuliert, es reiche das W-Lan im eigenen Haus. Und das stelle man gegebenenfalls auch Urlaubern zur Verfügung.

"Die Diskussion um mögliche gesundheitlich Belastungen durch Mobilfunk werden wir auf kommunaler Ebene nicht lösen", gab Zschiesche zu bedenken. Geltende Grenzwerte flössen in die Standortgenehmigung ein, die die Bundesnetzagentur erteile. Vor Ort gehe es lediglich um den Bauantrag. Bislang gibt es den weder für einen Funkmast in Beerheide, noch für einen in Schnarrtanne. Dort wurde eine Standortanfrage zum Parkplatz am Friedhof von der Stadt abgelehnt. Seitdem geht die Suche weiter, sagte Schnarrtannes Ortsvorsteher Udo Löschner. Er könne sich auch das Haus des Gastes oder die künftige Forstschule als Standort vorstellen.

In Beerheide möchte der Funkturm-Bauer den 40 Meter hohen Gittermast am Waldrand, Nähe Sportplatz, errichten. Der stünde dann allen Netzbetreibern für ihre Antennen offen, um die Lücken in ihren jeweiligen Funknetzen zu schließen.

Am Standort Sportplatz gibt es Kritik, einige Beerheider halten das Kulturhaus oder die ehemalige Schule für geeigneter. Ortsvorsteherin Bettina Groth versicherte, bei der Standortsuche neben dem Infrastruktur-Ausbau auch den Aspekt gesunder Lebensverhältnisse zu beachten. Und Patrick Zschiesche erneuerte das Angebot der Stadt, neue Vorschläge für geeignete Standorte an die Turmbauer weiterzuleiten.

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