Mofi-Unfall: Offenbar Drogen im Spiel

Eine missglückte "Bewusstseinserweiterung" sei Hintergrund des spektakulären Feuerwehr-Einsatzes am Wendelstein, schreibt der gerettete Mann auf Facebook.

Grünbach.

Einen schweißtreibenden Einsatz haben Feuerwehr und Rettungskräfte am Freitagabend am Wendelstein bewältigen müssen: Ein Pärchen hatte auf dem 734 Meter hohen Felsen, mitten im Wald, das Bewusstsein verloren. Jugendliche, die dort die Mondfinsternis beobachten wollten, wählten den Notruf und veranlassten so die Bergung der beiden Personen aus schwindelnder Höhe.

Zum Hintergrund des Vorfalls hat sich der gerettete Mann, ein Grünbacher Anfang 30, jetzt ausführlich im sozialen Netzwerk Facebook geäußert. Demnach geht es ihm und seiner Freundin wieder gut. "Ich wollte gepflegt mein Bewusstsein erweitern", gibt er dort zu. Dafür habe man "Lysergsäurediethylamid", also LSD, verwenden wollen, aber offenbar ein chemisch hergestelltes Opiat bekommen. Die "vermeintliche Bewusstseinserweiterung" habe dann in "absoluter Bewusstlosigkeit" geendet. "Wär ich klaren Verstandes gewesen, hätt ich es sicher gelassen." Aber er habe zuvor Bier getrunken.

Das "Ende vom Lied" sei gewesen, dass er früh um 2 Uhr in der Plauener Intensivstation aufgewacht sei, "fixiert, verkabelt und mit diversen Schläuchen in und an mir". Er bedankt sich bei der Grünbacher Feuerwehr für ihren Einsatz und entschuldigt sich dafür, ihnen ausgerechnet den Abend der Mondfinsternis verdorben zu haben, "wegen solchem Mist". Den anderen Usern rät er: "Also ihr Lieben, endet nicht wie wir … akut intoxikiert (vergiftet) im Krankenhaus!!" Wie zu erfahren war, wurde die ebenfalls bewusstlose Freundin des Mannes ins Rodewischer Klinikum gebracht.

Ob das Paar für den Einsatz bezahlen muss, dies ist nach Angaben von Gemeindewehrleiter Michael Breitfeld derzeit noch offen. "Prinzipiell sind Rettungseinsätze natürlich kostenfrei", sagte er am Montag. "Doch hier liegt ja in gewisser Weise Selbstverschulden vor." Sowohl vom Aufwand bei der Rettung her als auch mit dem Hintergrund Drogen habe man in Grünbach derartige Fälle bisher noch nicht gehabt.
 

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