Mütter nehmen sich Zeit für ihre Babys

Kinder entwickeln sich im ersten Lebensjahr rasant. Wie man das unterstützen kann, wird in einem Kurs in Rodewisch vermittelt.

Rodewisch.

Mit einem Lied werden reihum alle Babys begrüßt: Richard, Natalie, Mira, Johnny, Timon, Leonard und Gregor. Das Ritual steht am Anfang des Pekip-Kurses, zu dem sich bei Grit Oeser in Rodewisch acht Frauen mit ihren Kindern einfinden. Pekip steht für Prager-Eltern-Kind-Programm, es vermittelt Spiel-, Bewegungs- und Sinnesanregungen.

Schon nach wenigen Kursterminen haben die Mütter Kontakt untereinander geknüpft. Nach der Begrüßung wird sich ausgetauscht, was es Neues aus dem Alltag mit den Babys zu berichten gibt. Gezielt fragt auch Grit Oeser nach. Stefanie Strobel berichtet davon, dass ihre gerade einmal zwei Monate alte Tochter Mira zum ersten Mal nachts durchgeschlafen hat. Andere sind stolz darauf, dass sich ihr Kind erstmals vom Bauch auf den Rücken gedreht oder das Köpfchen schön oben gehalten hat. Wichtige Entwicklungsschritte im ersten Lebensjahr und der Aufbau von Muskeln werden mit den Übungen und Spielideen, die Grit Oeser vermittelt, unterstützt. "Vieles kann man zuhause auch machen, man muss sich nur bewusst die Zeit nehmen", erzählt Annekathrin Mayer aus Ellefeld. Gregor ist das dritte Kind der 31-Jährigen. Mit seinen knapp vier Monaten ist der Kleine schon recht flott unterwegs. Immer wieder versucht er, mit Robben auf der Matte voranzukommen.

Die Babys im Kurs sind zwischen zwei und fünf Monate alt. Einmal in der Woche trifft man sich für eineinhalb Stunden. Für die Mütter ist das eine willkommene Abwechslung vom Alltag und die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch untereinander. "Die Zeit hier sind sie nur für ihre Kinder da", nennt Grit Oeser einen wichtigen Aspekt. Die Babys wiederum kommen von klein auf in Kontakt mit anderen Gleichaltrigen. Ein kleiner Wasserball, selbst gebastelte Greifringe, Tücher und kleinere Bälle kommen bei den Spielen mit den Kindern zum Einsatz. Grit Oeser führt alles mit Ella vor. Ella ist ihre alte Babypuppe, die so heißt, weil sie sie mit zwei Jahren von ihrer Uroma Ella geschenkt bekommen hat. Als sie den Kurs in Rodewisch begann, hat sie sie auf dem Dachboden wieder hervorgekramt.

Grit Oeser hat Sozialpädagogik in Nürnberg studiert. Sie wohnt in Stangengrün, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Nach der Geburt des Jüngsten vor zwei Jahren hatte sie mit ihm einen Pekip-Kurs in Zwickau besucht. Daraus entwickelte sich die Idee, selbst einen solchen Kurs anzubieten. Im Oktober 2014 absolvierte sie die Ausbildung zur Kursleiterin in Dresden. Die Räume dafür fand sie in dem Haus ihrer Großmutter an der Wernesgrüner Straße in Rodewisch. Mit viel Unterstützung von der Familie wurde die bis dahin leer stehende Wohnung saniert. Seit August 2015 bietet die 33-Jährige nun den Kurs in Rodewisch an. Sie hat Kontakte zu Hebammen und Kinderärzten geknüpft. Über Facebook und Mund-zu-Mund-Propaganda hat sich das Angebot herumgesprochen, sodass mittlerweile die Mütter - immer häufiger ist auch mal ein Vater dabei - aus Kirchberg, Schneeberg und aus der Thüringer Region zu ihr kommen.

Der Pekip-Kurs von Grit Oeser findet in Rodewisch, Wernesgrüner Straße 54, statt. Anmelden kann man sich unter 0152 56064896 oder gritoeser@gmx.de

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