Museum Falkenstein verlegt Weihnachtsschau ins Netz

Der Heimat- und Museumsverein wollen trotz Auflagen dieses Jahr nicht auf seine Jahresend-Sonderausstellung verzichten. Die Museumsfreunde laden Besucher zu einem virtuellen Rundgang an.

Falkenstein.

Advent und Weihnachten ohne Ausstellung, das hat es im Falkensteiner Heimatmuseum noch nie gegeben. Obwohl die Türen geschlossen sind, müssen Interessenten nicht draußen bleiben. Doch an die Stelle eines Besuches nach gängigem Muster rückt ab Anfang nächster Woche ein virtueller Rundgang mit Fotos und Videosequenzen auf der Internetseite der Stadt Falkenstein.

"Weihnachten im Schloss" heißt die Ausstellung. Viele Exponate stammen aus eigenem Bestand. Andere sind den Museumsfreunden leihweise oder ganz überlassen worden. Schenkungen gab es dieses Jahr gleich vier: zwei Drehtürme, ein geschnitztes Bornkinnel und ein etwa 120 Jahre alter Perlenleuchter.

Der erst kürzlich überlassene dreistöckige Drehturm aus den 1920er Jahren ist dem Verein schon ans Herz gewachsen, Schenker eine Familie aus Thüringen. "Er stammt vom Großvater", ließ sich Andreas Rößler sagen. Neben Jägern, Bauernhof- und Bergmannsfiguren hatte der gebürtige Neustädter seinem Werk einen Paradiesgarten spendiert. "Das ist ein richtiges Prachtstück, ein vogtländisches Original", schwärmt Rößler von dem Ausstellungsstück.

Neue Schaustücke sind über mehrere Stellen im Museum verteilt: eine Puppenecke und ein weihnachtlicher Deckenleuchter, diverse Bausätze und ein Laubsäge-Drehturm, Puppenhäuser, Adventskalender, geschnitzte Volkskunst. Das Trützschler-Zimmer als Teil einer Sonderschau zur Erinnerung an jene Familie, die einst die Schlösser in Falkenstein und Dorfstadt besaß, ist letztmalig im Programm. Jetzt zeigt es sich in weihnachtlichem Glanz. Gestaltungsgrundlage war eine alte Postkarte vom Dorfstädter Schloss. "Das einzige, was fehlt, sind ein Paar Schneeschuhe", erzählt Rößler.

Wie in den vergangenen beiden Jahren haben die Museumsfreunde ihre Ausstellung keinem speziellen Thema untergeordnet. "Die Vielfalt soll einen Blick in die Tradition ermöglichen", erklärt Ulrich Wolf. "Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht." Völlig neu ist dagegen die Schau-Verlegung ins Internet. "Beim Aufbau hat irgendwie der Druck gefehlt. Wir konnten uns vier, fünf Wochen Zeit lassen", zogen die beiden Vereinsmitglieder Vergleiche.

Schade finden Andreas Rößler und Ulrich Wolf, dass kein Besucher das Ergebnis wirklich zu Gesicht bekommen wird. "Es ist nicht dasselbe, die Ausstellung verkleinert auf einem Bildschirm zu sehen", sagt Wolf. Auch der direkte Austausch werde fehlen. Dennoch sieht der Verein dem virtuellen Rundgang mit Spannung entgegen. Knapp zwei Stunden investierte David Rötzschke in die Aufnahmen. Der Auftrag an den Fotografen der "Freien Presse" kam von Falkensteins Bürgermeister Marco Siegemund persönlich.

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