Musiker empfinden Stammtisch als einen Befreiungsschlag

Mit über 150 Zuhörern, fünf Bands und der Talsperre Falkenstein als Kulisse ist am Freitag um Mitternacht ein Musikertreffen zu Ende gegangen.

Falkenstein.

So viele Gäste auf einmal hat die Falkensteiner Talsperre wohl lange nicht gesehen. Anlass war ein Musikerstammtisch am Freitagabend rund um den Imbiss nahe der ehemaligen Göltzschtalmühle. Zum dritten Mal richteten Musiker der vogtländischen Band Sevenheat in Kooperation mit Imbiss-Betreiber Stefan Körner eine solche Veranstaltung aus. Über 150 Interessierte folgten dem Ruf ins Grüne.

Bis Mitternacht sorgten fünf vogtländische Bands beziehungsweise Bandprojekte für Stimmung: Every Monday, die Green River Miners, Che Millers, die Hannes Ebert Combo, Leander und der Andere. Entsprechend vielfältig gestaltete sich die servierte Kost, angefangen von Funk und Folk über Rock und Blues bis Rock'n'Roll. Dass sich das Wetter wenig kooperativ zeigte und die Wolken nicht durchweg dicht hielten, störte kaum. "Klar, es sollte eigentlich sommerlichen Charakter haben", sagte Hauptorganisator Andreas "Grothi" Groth von der Grünbacher Formation Sevenheat. "Aber die Resonanz ist super." Für Groth und seine Mitmusiker war der Stammtisch eine Art Befreiungsschlag. Engagements sind nach mehrmonatiger Pause nach wie vor dünn gesät. "Deshalb ist es schön, dass wir endlich wieder zusammenkommen können."

Musikerstammtische in ähnlicher Form gibt es seit Vorwende-Zeiten auch anderswo: Einmal pro Jahr trifft man sich in wechselnder Besetzung am Falkensteiner Gewerbering. Dort wird eine Werkstatt zur Bühne gemacht. "Das hat dann natürlich eine ganz andere Atmosphäre", sagte Andreas Groth. "Und wir hoffen, dass in der kälteren Jahreszeit wieder mehr geht." Seine Band Sevenheat wird im August zwei Konzerte geben - eines privat, das andere in Hainichen. Für September und Oktober sind Reichenbach, Beerheide und Dorfstadt vorgemerkt. Kleinere Brötchen werden auch in puncto Besetzung gebacken. "Ich bin jetzt erst mal als Duo-Besetzung mit Michael Müller unterwegs", erzählte der Musiker. Hauptberuflich gibt er Gitarrenunterricht. Auch der musste einige Zeit ruhen - zumindest fast. Zwischendurch lehrte er online per Skype.

Eine ganze Menge mehr Zeit ist seit dem letzten Gastspiel der Falkensteiner Hannes Ebert Combo ins Land gegangen. Beim Lengenfelder Parkfest vor genau einem Jahr versorgte sie ihr Publikum mit wuchtigem Bluesrock. Das gleiche bekamen die Stammtischgäste am Freitag zu hören. Jetzt ist der Terminkalender wieder leer. Obwohl die Musiker mit Leidenschaft bei der Sache sind und Konzertabsagen im Frühjahr schmerzten, ist Frontmann und Schlagzeuger Johannes Ebert froh, dass es die Hannes Ebert Combo etwas ruhiger angehen kann. "Wir sind eine reine Amateurband", sagte er. Wie geht es weiter? Das steht noch in den Sternen. "Erst mal müssen wir rumhorchen, ob uns Veranstalter wieder buchen."

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