Musikschüler gestalten in Treuen ein Fest für die Sinne

Das Weihnachtskonzert der Rodewischer Musikschule hat die Treuener Stadtkirche als Aufführungsort am Samstag an ihre Platz-Grenzen gebracht. Aber auch auf der Bühne ging es eng zu.

Treuen.

Wer später als eine halbe Stunde vor Beginn der "Nacht der Nächte" erschien, musste sich weit hinten in den Kirchenbänken einreihen - falls es dort noch Freiräume gab. Oder auf einer der drei Emporen. Aber auch die waren ruckzuck besetzt. Obwohl mittlerweile zum sechsten Mal aufgeführt, schien das zweistündige Weihnachtsprogramm der Rodewischer Musikschule am frühen Samstagabend nichts von seiner Faszination verloren zu haben. Austragungsort war diesmal die St.-Bartholomäus-Kirche Treuen.

Ähnlich wie in den Zuschauerbänken, hielt sich auch die Armfreiheit auf der Bühne in Grenzen. Dort mussten knapp 90 Akteure untergebracht werden: Musikschulorchester und -chor, Instrumental-Ensembles, Gesangssolisten und Kinder der musikalischen Früherziehung. Im Mittelpunkt stand die Weihnachtsgeschichte, erzählt mit Worten, traditionellen und modernen Liedern, Lichtspielen und einer Multimedia-Präsentation auf übergroßem Bildschirm.

Für die Familie von Harald Metzger aus Auerbach hatte sich schon die Parkplatzsuche zur Herausforderung entwickelt. "Das war gar nicht so einfach, die Innenstadt ist zugeparkt", sagte er. "Da haben wir dann schon geahnt, was uns erwartet." Das tatsächliche Konzerterlebnis übertraf die Erwartungen letztendlich noch. "So etwas darf man zur Weihnachtszeit nicht verpassen", fand Harald Metzger. Seine Frau Uta ergänzte: "Man hat fast den Eindruck, dass es sich vor allem bei den Solisten um Profis handelt. Die Stimmen sind wunderschön, und alles hat sehr gut harmoniert. Ein regelrechtes Fest für die Sinne", schwärmte sie.

Einige Akteure schnupperten zur "Nacht der Nächte" erstmals Bühnenluft vor Publikum. Die jüngsten Sänger und Instrumentalisten sind im Abc-Schützen-Alter. Peter Wappler, Vize-Direktor der Rodewischer Musikschule, räumt musikalischer Früherziehung einen wichtigen Stellenwert ein. "Je früher man anfängt, desto selbstverständlicher wird dieser Lebensbereich", sagte er. Andererseits ist es wohl nie zu spät: Das älteste Chormitglied ist um die 70 Jahre.

Zur Advents- und Weihnachtszeit herrscht in der Musikschule Konzert-Hochbetrieb. Etwa zwölf Termine stehen im Kalender. "Das ist für uns aber auch eine wunderbare Möglichkeit, viele Menschen zu erreichen und Freude zu bringen", erklärte Peter Wappler. Oft wird in Pflege- und Seniorenheimen gesungen oder gespielt. Demnächst sind Auerbacher Wachkoma-Patienten ihre Zuhörer. "Bei solchen Auftritten bekommen die Kinder eine Menge zurück", sagte Peter Wappler. "Es gibt sehr viele berührende Begegnungen, und das macht Weihnachten aus."

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