Nachfrage nach Eigenheimen bleibt ungebrochen

In manchen Orten des Mittelzentralen Städte-verbundes geht der Grund und Boden aus. Doch der Bevölkerungsrückgang beschert neues Potenzial.

Auerbach.

Seit 2011 gab es in Auerbach etwa 150 Bauanträge für Eigenheime oder zur Umnutzung von Gebäuden zu Wohnhäusern. "Die Nachfrage ist unverändert hoch", sagt Patrick Zschiesche, Fachbereichsleiter Bau.

Damit haben in den vergangenen Jahren alle Mitgliedsorte des Mittelzentralen Städteverbundes außer Ellefeld eine starke Nachfrage nach Grundstücken für Eigenheime registriert. In Falkenstein wurden in den vergangenen fünf Jahren 18 und in Rodewisch 23 errichtet. Für Ellefeld sind elf registriert. "Erfreulich für uns als Kommune ist die Nachfrage nach Immobilien", sagt der Ellefelder Bürgermeister Jörg Kerber.

Die Städte und Gemeinden betätigen sich generell nicht oder nur ungern als Investoren für Wohngebiete. Hintergrund ist die finanzielle Lage: "Wir müssten für die Erschließung in Vorleistung gehen und Kredite aufnehmen. Da unsere Pro-Kopf-Verschuldung hoch ist, würde das die Kommunalaufsicht nicht genehmigen", sagt Jana Frost vom Bauamt Rodewisch. Außerdem ist die Investition totes Kapital, auf das man bei Krediten noch so lange Zinsen zahlen muss, bis die Grundstücke verkauft sind. Und das kann lange dauern. Deshalb unterstützen die Orte die Bauwilligen eigenen Angaben zufolge tatkräftig, halten sich aber als Investoren zurück. "Wir vermitteln im Rahmen unserer Möglichkeiten zwischen Bauinteressenten und Grundstücksbesitzer", sagt die Falkensteiner Hauptamtsleiterin Kerstin Leonhardt. Das trifft auch auf die anderen Orte zu. Ellefeld vermittelt laut Bürgermeister Kerber bei der Abstimmung von Bauanfragen mit dem Landratsamt.

Potenzial für Häuslebauer gibt es vor allem in Ellefeld, Rodewisch und Auerbach. Falkenstein möchte sich zur Wohnstadt entwickeln und setzt mehr auf die Innenstadt. Das passiert auch, weil sich die Zahl freier Grundstücke in Grenzen hält. "Wir haben viele Gründerzeithäuser. Dort steht jede Menge Wohnraum leer", sagt Hauptamtsleiterin Leonhardt. Falkenstein möchte das Wohnumfeld verbessern. Dazu zählt sie beispielsweise die Hinterhofentkernung, das Anlegen von Parkplätzen und den Einbau von Balkonen sowie Aufzügen.

In Auerbach liegt laut Bauamtschef Zschiesche ein großes Potenzial in Kleingartensparten, in denen es durch die Überalterung und den Bevölkerungsrückgang eine steigende Zahl leerer Parzellen gibt. "Man könnte sie ausgliedern und als Bauland ausweisen." Voraussetzungen sind die Entwicklungskonzeptionen, die die Sparten in Zusammenarbeit mit dem Regionalverband der Kleingärtner Göltzschtal erstellen. Dort wird festgelegt, auf welchen Flächen die Vereine weiter wirtschaften und welche sie abgeben möchten. Das Chancen bei solchen Flächen sieht Jana Frost für Rodewisch ähnlich. In der Stadt ist ein Eigenheimstandort mit zehn Bauplätzen am Lerchenweg geplant. "Das Wohngebiet Winkelgasse kann erweitert werden", sagt der Ellefelder Bürgermeister Jörg Kerber.

Auch wenn sich die Auerbacher Verwaltung über einen weiteren Zuzug im Gründerzeitviertel freuen würde, ermöglicht sie auch das Bauen in den Ortsteilen. Für die Bevölkerungsentwicklung der Stadt ist von Bedeutung, dass "etwa ein Drittel der Bauwilligen von außerhalb kommt. Das bedeutet Zuzug. Für die Einheimschen bedeutet es, dass sie ihren Lebensmittelpunkt in Auerbach gefunden haben und hier bleiben wollen." Laut Zschiesche ziehen mehr Menschen zu, als die Stadt verlassen. Dazu trage auch die gute Infrastruktur mit vielen Schulen bei.

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