Naturschutzprojekt im Wald: Meiselsteich von Schlamm befreit

Damit der Forstteich in einem Waldstück bei Rützengrün als Biotop erhalten bleibt, haben Waldarbeiter dort Hand angelegt. Das Vorhaben gehört zu einer Reihe ähnlicher Projekte im Forstbezirk Plauen.

Rodewisch.

Mindestens 15 Jahre hatte sich niemand um den Meisels-teich bei Rützengrün gekümmert, schätzt Revierförster Andreas Schuster, in dessen Revier Eich das Gewässer liegt. Jetzt haben seine Waldarbeiter den 900 Quadratmeter großen Forstteich am Rande eines Waldstücks zwischen Wernesgrün und dem Rodewischer Ortsteil wieder auf Vordermann gebracht. "Ziel dieser Renaturierung ist die Wiederherstellung bzw. der Erhalt eines Biotops als Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten", ergänzt Mathias Schmidt, im Forstbezirk Plauen für den Naturschutz zuständig.

Im Laufe der Jahre hatte sich in dem künstlich angelegten Teich, den ein namenloser Wiesenbach speist, eine dicke Schlammschicht gebildet. Der Teich drohte zu verlanden. Ursache war der Sediment- und Nährstoffeintrag über den Bach, vor allem aber der dichte Baum- und Gehölzbestand am Ufer. Das Laub der Erlen und Eichen landete im Teich, zersetzte sich dort und wurde auf dem Grund abgelagert. "Auch die Bewirtschaftung als Fischereigewässer hatte ihren Anteil", fasst Schmidt zusammen, weshalb der Forstbezirk Plauen die Renaturierung in sein Naturschutzkonzept aufnahm.

Im Herbst wurde der Teich abgelassen, per Bagger die Schlammschicht entfernt und damit Uferbereiche neu modelliert. Zudem wurden vor allem am Südufer Erlen entfernt und Fichten geschlagen, sodass auf den Teich jetzt mehr Sonnenlicht fällt. "Ohne den Schatten der Bäume kann sich eine vielfältigere Ufervegetation entwickeln", begründet der Naturschutzexperte die Maßnahme. Schwimmendes Laichkraut, Ufer-Wolfstrapp oder Sumpfveilchen können nun wieder besser wachsen.

Auch als Laichgewässer für Frösche und Amphibien habe der Teich nach der Renaturierung wieder einen höheren Wert. "Und die Röhrichtzone bietet Vögeln einen Rückzugsort", bilanziert Matthias Schmidt das Naturschutzprojekt.

Für die Wiederherstellung des Meiselsteiches haben Revierförster Schuster und seine Leute schon Lob von Spaziergängern aus dem nahen Rützengrün erhalten. "Schade nur, dass uns bislang niemand hinsichtlich der Entstehungszeit helfen konnte oder wusste, woher der Teich seinen Namen hat", so Matthias Schmidt. Seine Hoffnung: "Vielleicht meldet sich ja jemand, wenn er davon in der Zeitung liest."


18 lokale Maßnahmen

Der Forstbezirk Plauen mit seinen sechs Revieren erstreckt sich über rund 41.000 Hektar Wald vom Raum Crimmitschau/Werdau bis an die Grenze zum Freistaat Bayern.

Das aktuelle Naturschutzkonzept umfasst 18 Einzelvorhaben, die dazu beitragen sollen, ausgewählte Biotope und Lebensräume zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Im Revier Eich gehört dazu neben der Meiselsteich-Renaturierung ein Projekt für die Stabilisierung des Wasserhaushaltes im ehemaligen Hochmoor Jahnsgrün bei Hartmannsdorf/Zwickauer Land.

Weitere Projekte im Vogtland: Pflege von Offenland im NSG Dreiländereck oder Wiesenpflege im NSG "Großer Weidenteich" bei Plauen. (how)

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