Nazi-Flyer: Polizei spricht von einem Versehen

Junger Beamter trägt Werbezettel sichtbar in der Tasche und kommt mit einem Rüffel davon

Plauen.

War es nur ein Versehen? Oder war es Provokation und Bekenntnis eines uniformierten Polizeibeamten zu einer rechtsradikalen Partei? Nach dem Vorfall vom Samstag in Plauen, als ein Beamter der Bereitschaftspolizei im Einsatz einen Flyer der Partei Der Dritte Weg gut sicht- und lesbar in der Hosentasche trug, ist die Polizei um Schadensbegrenzung bemüht.

Der Beamte habe lediglich vor den Versammlungen des Dritten Weges und des Plauener Runden Tisches Werbematerial eingesammelt und in die Beintasche seines Overalls gesteckt, um es später an die Versammlungsbehörde weiterzureichen. "Leider ist (...) ein Bild vermittelt worden, das von ihm weder inhaltlich noch tatsächlich beabsichtigt gewesen war", so Polizeisprecher Oliver Wurdak auf eine Anfrage der "Freien Presse". Nach Bekanntwerden "der kritikwürdigen Situation" sei der junge Polizist noch am Einsatztag damit konfrontiert worden und habe glaubhaft versichert, keine provokativen Absichten gehabt zu haben. Er wurde "explizit auf das zukünftige Vermeiden solcher Situationen" hingewiesen. Bei ähnlich gelagerten Polizeieinsätzen werde die Thematik künftig in Einweisungen eine Rolle spielen. Ob zwei weitere Beamte Flyer in ähnlicher Weise bei sich trugen, sei "nicht mehr nachvollziehbar", so Wurdak.

Bei den Veranstaltern der Gegenaktion kam die Zurschaustellung als Provokation an. "Das sehe ich nach wie vor so", so Pascal von Knoche von der "Nie wieder Faschismus"-Aktion. (ur)

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