Neuer Ärger: Landes-AfD kontrolliert Kreisverband

Kompletter Vorstand ist zurückgetreten - Rüge für Wahlvorbereitung

Plauen/Auerbach.

Die Unstimmigkeiten innerhalb des vogtländischen AfD-Kreisverbands setzen sich fort: Der Vorstand der Vogtland-AfD ist vor einer Woche komplett zurückgetreten, der Kreisverband steht seitdem unter Kontrolle des sächsischen AfD-Landesvorstands. Darüber informiert Torsten Gahler, stellvertretender Landesschatzmeister der Partei, als zuständiger "Betreuer". Einen Termin für die Wahl des neuen Vorstands gebe es noch nicht. "Wir müssen erst mal organisatorische Mängel beseitigen", so Gahler. "Zum Beispiel wurde die Kommunalwahl nicht so vorbereitet, wie es sein müsste." Es hapere etwa bei Anfertigung und Verteilung von Wahlplakaten: "Das ist nicht in ausreichendem Maße erfolgt." Unklar ist laut Gahler auch, ob die vogtländischen Direktkandidaten für die Landtagswahl wegen eines Formfehlers alle erneut gekürt werden müssen - es wäre das dritte Mal. Darüber entscheide das Bundesschiedsgericht der Partei: "Aber bis zur Landtagswahl ist genügend Zeit." Laut Gahler hat der Kreisverband derzeit 117 Mitglieder.

Der bisherige Vorsitzende der Vogtland-AfD, Steve Lochmann, begründet den Vorstandsrücktritt damit, dass man durch eine Neuwahl die Situation vor Beginn der heißen Phase des Wahlkampfes "befrieden" wolle. "Wir brauchen weder Rangeleien noch Grabenkämpfe, sondern Einigkeit." Jetzt könnten auch jene Leute ihren Hut in den Ring werfen, die seit einem Jahr versuchten, "einen Keil" in den Kreisverband zu treiben: "Da gibt es etliche, die sich für qualifiziert halten."

Torsten Kleditzsch

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Gahlers Vorwurf der schlechten Wahlvorbereitung weist Lochmann zurück: "Die Plakate sind gedruckt, und es ist festgelegt, wer sie verteilt." Aber "neue Besen" müssten nun mal kehren und etwas finden, was nicht in Ordnung sei, merkt Lochmann sarkastisch an. Zuletzt bildete er zusammen mit Ronny Hering, Frank Schaufel und Jürgen Riedel den Vorstand. Tilman Matheja aus Auerbach war kooptiertes Mitglied, ist aber im Januar zurückgetreten.

Die Internet-Seite der vogtländischen AfD ist nach Lochmanns Angaben seit zwei Wochen nicht mehr erreichbar: "Wir wurden definitiv gehackt, ich habe eine entsprechende Meldung bekommen." Attackiert worden sei auch die Facebook-Seite seiner Partei.

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