Neuer Chef der Jungen Union: "Fridays for future" ist super

Politik ist für Lukas Wandtke ganz und gar nicht langweilig. Im Vogtland will der selbstbewusste Student jetzt viel anders machen.

Plauen.

Musik oder einen gewöhnlichen Alarmpieps, den gibt es bei Lukas Wandtke morgens nicht. Der junge Plauener hat seinen Wecker vielmehr so programmiert, dass als erstes die Nachrichten aus Deutschland und der Welt ertönen. Derart vorinformiert, fühlt er sich bereit für Facebook und Instagram. "Mein Alltag dreht sich um Politik", sagt der 20-Jährige, der das Abitur frisch in der Tasche hat und seit kurzem neuer Chef der vogtländischen Jungen Union ist. Er hat in dem Amt Steffen Müller abgelöst. Der Wiederum hatte das Amt vor über einem Jahr von Paul Schäfer (Neustadt) übernommen.

Bis sein Studium - Politik, Soziologie und Management - im November in Erfurt beginnt, arbeitet Wandtke im CDU-Büro an der Plauener Rädelstraße. Dort hat auch die Bundestagsabgeordnete Yvonne Magwas regelmäßig Sprechtag. "Ich bin sehr dankbar für diese Möglichkeit", so Wandtke. Für ihn ist Politik die spannendste Sache der Welt. Mit dieser Ansicht und weil er einen beruflichen Plan hat, überragt der 1,90 Meter-Hüne manche seiner Freunde. "Meine Eltern sind sehr stolz auf mich, dass ich so genaue Vorstellungen habe", freut sich der Preißelpöhler. Öffentlicher Dienst, Staatsbeamter, Stiftungsgründer - wohin es ihn genau treibt, will er noch abwarten.

Von Konrad Adenauer bis Anne Will - Wandtke kennt sich aus, hat ein enormes Allgemeinwissen und mag es strukturiert. Deshalb ist er mit dem Motto "Neu denken, aktiv gestalten, Akzente setzen" zur Wahl des JU-Chefs angetreten. Dass es keinen weiteren Bewerber gab und er zudem 100 Prozent der Stimmen erhielt, sieht der Familienmensch durchaus kritisch: "Ich will nichts geschenkt haben." Doch was will der selbstbewusste Jugendliche jetzt anpacken? Es sind im Grunde vier Themen. Zunächst möchte er mehr Mitglieder generieren, die JU auch physisch wieder sichtbar machen, wie er sagt. Außerdem liegt ihm die Digitalisierung am Herzen. So könne er im steten Kontakt bleiben, wenn er demnächst in der thüringischen Landeshauptstadt lebt. Wandtke ist übrigens auch für den CDU-Facebook-Auftritt mitverantwortlich. Außerdem auf seiner Agenda: Junge Leute wieder mehr für Kultur zu interessieren. Mit Martin Salesch, dem Direktor des Vogtlandmuseums, sei er diesbezüglich jüngst schon im Gespräch gewesen.

Auch Diskotheken und Clubs gehören für Wandtke zur Kultur. Bis zur coronabedingten Schließung vieler Tanztempel habe er auch gern gefeiert. Obwohl er das Vogtland im Ganzen sehe, gibt es zwei Plauener Probleme, die für ihn Priorität haben. Das erste: "Es ist ein Erstarken der rechtsradikalen Seite zu beobachten, gerade im Stadtteil Haselbrunn. Dagegen möchte ich mit meiner Partei Farbe bekennen."

Und die gescheiterte Alkoholverbotszone in der City: "Die muss wieder kommen", da ist sich Wandtke mit seinen Parteifreunden einig.

Nicht so bei der Frage, wer der neue CDU-Bundesvorsitzende werden soll. Wenn es nach Lukas Wandtke ginge, soll das Norbert Röttgen sein. An diesem gefalle ihm die "außenpolitische Größe". Aber viele würden Friedrich Merz bevorzugen.


Was Wandtke an wem schätzt:

Greta Thunberg: "Fridays for Future ist super, doch es ist schade, dass Greta instrumentalisiert wird. Ich mache mich selbst für Radfahrer stark."

Philipp Amthor: "Er ist immer informiert, auch wenn er Spitzen gegen die AfD schießt. Das wirkt nie platt. Ich folge ihm auf Instagram."

Angela Merkel: "Nur wegen der Bundeskanzlerin bin ich CDU-Mitglied."

Yvonne Magwas: "Eine kompetente Frau im Bundestag, von der man noch einiges hören wird."

Frank Heidan: "Er hat vogtländische Anliegen nach Dresden getragen."

Olaf Scholz: "Als Finanzminister finde ich ihn okay und dass er als SPD-Mann die GroKo befürwortet hat."

Britta Böhm: "Meine GRW-Lehrerin an der Plauener Friedensschule hat ab der 9. Klasse meine Liebe zur Politik geweckt." (sasch)

00 Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.