Neuer Transporter ersetzt 30 Jahre alten B 1000

Die Feuerwehr Neustadt hat den Schlüssel für ihren neuen Mannschaftstransportwagen offiziell entgegengenommen. Die Vorgeschichte der Anschaffung hat es in sich.

Neustadt.

Sie ist vorbei, die Zeit des Wartens. Anstelle eines alten Barkas B 1000 kann die Freiwillige Feuerwehr Neustadt jetzt mit einem neuen Mannschaftstransportwagen ausrücken. Eingezogen war das Fahrzeug schon Ende 2019. Seine Ausrüstung erledigten drei Kameraden. Am Wochenende übergab Neustadts Bürgermeister Gerd Zoller (parteilos) die Schlüssel.

Es sei "absolut erforderlich" gewesen, ein neues Auto anzuschaffen, sagte Zoller. Bis sich die Kameraden vollständig damit vertraut gemacht hatten, blieb der Barkas B 1000 auch nach über 30 Dienstjahren noch im Einsatz. Nun werde der Oldie in den Ruhestand geschickt, so der Bürgermeister und Ex-Wehrleiter kurz vor der Übergabe. Jens Zeidler, stellvertretender Kreisbrandmeister, sprach von einem "Quantensprung".

Wehrleiter Michael Auerbach nannte den Samstag einen "großen Tag" für Neustadt. Vor etwa zehn Jahren sei er der Wehr beigetreten. "Damals waren Barkas noch allgegenwärtig", hielt Auerbach Rückschau. Aber man habe auch nach und nach Ersatz beschafft. "Lange vor meiner Zeit wurde unser B 1000 von der Ellefelder Feuerwehr ausgemustert. Da ist es nur richtig, jetzt mal nachzuziehen. Wir haben aber nicht gedacht, dass es so lange dauern wird."

Hinter den Neustädtern liegt eine regelrechte Odyssee. Form nahm der Beschaffungsplan im Herbst 2017 an. Fördermittel waren beim Freistaat Sachsen beantragt und bewilligt worden, und die Gemeinde hatte Eigenmittel im Haushalt eingeplant. Mit einer nicht einhaltbaren Lieferzeit bekamen es die Besteller erstmals im Frühjahr 2018 zu tun. Also musste die Ausschreibung wiederholt und der Zuschuss auf 2019 übertragen werden. "Weil Fördermittel knapp bemessen waren, wussten wir nicht, ob wir dann überhaupt noch welche bekommen", sagte Michael Auerbach.

Im September 2019 sollte das Fahrzeug beim Hersteller in Baden-Württemberg abholbereit sein. Doch die Kameraden hatten sich zu früh gefreut: Die Lieferung sollte sich noch mehrmals verzögern. "Wir mussten das Fahrzeug definitiv beschaffen, sonst wären die Fördermittel weg gewesen", so Auerbach. Geglückt ist das Abholen am 6. Dezember. "Frühmorgens waren wir aber noch nicht sicher, ob wir abends damit heimkommen", erinnerte sich der Wehrleiter.

Von den 76.000 Euro Gesamtkosten übernahm Sachsen etwa 25.000 Euro. Im Neustädter Depot fand der Mannschaftstransporter noch keinen Platz. Erst muss angebaut werden. "Der B 1000 stand quer drin", sagte Michael Auerbach. "Unser neues Auto passt da nicht rein."

0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...