Neues Frauen-Team übernimmt Auerbacher Kino

Zum Jahreswechsel kommt frischer Wind in die traditionsreichen Rekord-Lichtspiele. Die Stadt hat eine junge Pächterin aus dem Erzgebirge unter Vertrag genommen, die mit diversen Aktionen Publikum anlocken will.

Auerbach.

Am 30. Dezember soll in den Auerbacher Rekord-Lichtspielen der letzte Film in alter Regie gezeigt werden, am 4. Januar geht es dann in Verantwortung der neuen Pächterin Katharina Repp (32) weiter. "Und vorher wird erst mal alles gründlich gereinigt", sagt die Erzgebirgerin. In dieser Hinsicht ist sie mit dem derzeitigen Zustand der drei Säle nicht zufrieden: "Sehr lieblos" seien diese zuletzt behandelt worden, erklärte sie gestern beim Vorstellungstermin im Auerbacher Rathaus. Repp betreibt seit acht Jahren das Kino in ihrer Heimatstadt Schwarzenberg, seit vergangenem Jahr zudem das Annaberger Kino. Jetzt hat ihr die Stadt den Zuschlag für die Rekord-Lichtspiele erteilt, nach Angaben von Bauamtsleiter Patrick Zschiesche gab es zunächst drei Bewerber für das traditionsreiche, aber optisch derzeit wenig einladende Haus.

Dabei ist die Ausstattung der Säle aus Sicht der neuen Pächterin gar nicht so schlecht, und die Technik laufe. Sie will vor allem durch spezielle Aktionen und ein gutes Filmangebot das Publikum anlocken.

Am meisten am Herzen liegen ihr die Kinder, denn: "Wer als Kind nicht im Kino war, kommt als Erwachsener auch nicht mehr." Darum soll es im Februar auch in Auerbach zum Beispiel das "Disney-Mitmach-Kino" geben, bei dem schon Zweijährige Spaß mit Leinwandhelden wie Micky Maus oder Miss Piggy erleben können. Neben speziellen Angeboten für Kinder will Katharina Repp künftig ebenfalls "Ladies Previews" bieten, bei denen ausgewählte Filme dem weiblichen Publikum bereits vor Bundesstart präsentiert werden - garniert mit einem Glas Sekt. Aber auch die Rentner sollen nicht zu kurz kommen: Ihnen will die neue Pächterin Filme anbieten, bei denen Themen wie Krankheit oder Tod eher vermieden werden - damit habe die Zielgruppe in der Realität schon genug zu tun, meint sie. Jeweils montags will man außerdem einen "besonderen Film" ins Programm nehmen.

Vor Ort wird Sylvie Glaß (38) aus Auerbach als Theaterleiterin die Verantwortung übernehmen. Sie kennt das Haus bestens, weil sie schon seit 15 Jahren hier arbeitet. "Wir spielen notfalls auch für eine Person", sagt sie. Und das soll auch künftig so bleiben - wobei man natürlich hofft, dass jeder Film doch mindestens zwei Leute anlockt. Das sei aber eine grundsätzliche Entscheidung, erläutert Katharina Repp: Wer im Kino einmal weggeschickt werde, der komme nicht wieder. "Deshalb wird nie jemand weggeschickt."

Investitionen in den Sälen sind künftig Sache der Pächterin, für den Rest der Riesen-Immobilie ist die Kommune zuständig. Sicher müsse man irgendwann Stühle auswechseln, sagt Katharina Repp: "Aber es sind noch neue Stühle im Lager, insofern ist das nicht dramatisch." In das Gebäude selbst werde die Stadt sicher einiges investieren müssen, so Bauamtsleiter Patrick Zschiesche: "Dem Thema müssen wir uns stellen." Allerdings eher mittelfristig -man werde sicher nicht 2020 mit einer Fassadenerneuerung starten. Im Gebäude untergebracht ist seit kurzem auch das Depot des Museums, was man im Rathaus jedoch nicht gern thematisiert.

Das Gebäude wurde 1897 errichtet und dient seit 1937 als Kino. Anfang der 90er Jahre hatte es Heinz-Peter Schmitz (74) aus Remscheid erworben, der bis heute das Kino betreibt. Die Stadt kaufte ihm die Immobilie 2018 ab. Ein Kino sei ein "weicher Standort-Faktor", so Amtsleiter Zschiesche. Deshalb habe der Stadtrat damals entschieden: "Wir brauchen das Kino, wir kümmern uns drum."

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...