Neues Löschfahrzeug rollt nach Bergen

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Die Neuanschaffung bezeichnen die Brandschützer als einen Quantensprung. Denn damit beginnt für die Feuerwehr des Ortes eine neue Ära.

Bergen.

Mit einer symbolischen Schlüsselübergabe ist für die Brandschützer der Freiwilligen Feuerwehr Bergen eine Ära zu Ende gegangen. 141 Jahre nach ihrer Gründung steht jetzt zum ersten Mal ein nagelneues Einsatzfahrzeug im Depot. Entsprechend groß war die Erleichterung - auch wenn sich die Feuerwehrleute bessere Umstände erhofft hatten: Am denkwürdigen Freitagabend konnten aufgrund der Corona-Vorschriften nur wenige die Zeremonie an Ort und Stelle erleben. Auch Wehrleiter Andreas Böhm musste der offiziellen Übergabe fern bleiben, allerdings gesundheitsbedingt.

Sebastian Ebert, einer von zwei stellvertretenden Feuerwehrchefs, wurde die Ehre des Schlüsselempfangs zuteil. Er sagte, mit der Anschaffung sei "tatsächlich ein Quantensprung ins neue Jahrtausend geschafft". Das 7,2 Tonnen schwere Löschfahrzeug vom Typ Iveco hat alles an Bord, was sich die Freiwilligen lange Zeit gewünscht hatten, aber nie erhielten. Zur zeitgemäßen Ausstattung gehören unter anderem Allradantrieb, ein per Fernbedienung steuerbarer Dach-Lichtmast und ein Hochdrucklöschgerät für den Schnellangriff. Im Innern finden nicht nur 800 Liter Wasser Platz, sondern auch sechs Kameraden, vier davon mit Atemschutzausrüstung.

Aufgrund seiner mittleren Größe und Beschränkung auf 7,2 Tonnen Gesamtgewicht kann der Neuzugang nicht nur von einem Maschinisten, sondern von allen 18 Aktiven gefahren werden. Das sei tagsüber ein großer Gewinn für die Feuerwehr, betonte Sebastian Ebert. Und nicht nur das ist ein Fortschritt. "Schwer zugängliche Einsatzorte können wir mit einem kleineren Fahrzeug deutlich besser erreichen als mit den großen", so der Vize-Wehrleiter. Auch für Volkmar Kluge war die Indienststellung ein einschneidender Moment. Das Einsatzspektrum sei seit etwa zwei Jahrzehnten teilweise ein anderes, sagte der ehemalige Wehrleiter. Heute stünden nicht Brände, sondern technische Hilfeleistungen bei Unfällen an erster Stelle.

Mit einem Beschluss hatte der Gemeinderat vor drei Jahren den Weg frei gemacht. 241.000 Euro kostet der Einsatzwagen, davon werden 50 Prozent gefördert. 40.000 Euro finanziert die Gemeinde mit Hilfe eines Kredites. Eine sinnvolle Ausgabe, sind sich die Räte einig. "So können unsere Feuerwehrleute ihren Dienst schneller, besser und gefahrloser absolvieren", verwies er auf die Notwendigkeit eines solchen Technik-Generationswechsels. Die Einweihung mit Publikum muss bis zur Lockerung der Corona-Schutzverordnung warten und wird möglicherweise im Sommer stattfinden. Jetzt machen sich die aktiven Ehrenamtlichen in Kleingruppen und im Freien mit sämtlichen Details des neuen Löschfahrzeugs vertraut.

Es löst einen W50 aus dem Baujahr 1985 ab. Der ausrangierte Dienst- und Einsatzbegleiter genießt seine Rente bei einem Oldtimer-Fan im erzgebirgischen Lößnitz. Ein zweiter, vier Jahre jüngerer und weitgehend in Eigenleistung zum Feuerwehrfahrzeug umgerüsteter W50 der Bergener Wehr hält weiter im Vogtland durch. Ohne ihn wäre die Einsatzbereitschaft nicht gegeben. Schließlich müssen bei Alarmierungen mindestens acht Kameraden ausrücken.

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