Notsituationen: Teddys sollen Kinder trösten

Statt aufgeblasener Gummihandschuhe können die Helfer des Rettungsdienstes Göltzschtal Kinder künftig mit Teddys trösten. Eine gemeinsame Aktion macht es möglich.

Reichenbach/Auerbach/Zwickau.

Die Notärzte, Rettungsassistenten und Rettungssanitäter des DRK-Rettungsdienstes Göltzschtal gGmbH sind künftig bei ihren Einsätzen im Raum Reichenbach, Auerbach und Zwickau mit Teddys im Gepäck unterwegs. 250 Teddys der Deutschen Teddy Stiftung gehen vom heutigen Donnerstag an mit auf Fahrt.

Rettungsdienstleiter Andy Feig von der Reichenbacher Rettungswache schätzt, dass die Teddys etwa ein Jahr reichen. Diese sind als kleine Geschenke für Kinder in Not gedacht. Davon gibt es jedes Jahr mehr als genug. Bis zu 200-mal pro Jahr müssen sich die Helfer mit kleinen Patienten beschäftigen oder Kinder trösten, deren Eltern oder Geschwister eine notärztliche Behandlung brauchen und oft sogar ins Krankenhaus müssen. "Bis jetzt haben wir die Kinder mit Worten getröstet oder ihnen einen Handschuh aufgeblasen und ein lustiges Gesicht drauf gemalt, um sie aufzuheitern", berichtet Andy Feig. Künftig bekommen die Kinder zum Trost, zur Aufmunterung oder zur Ablenkung einen Teddy geschenkt. So ein Plüschtier könne oft mehr bewirken, als die beste Medizin, ist sich Feig sicher, denn so ein Plüschtier sei eben nicht nur Spielzeug, sondern auch Trostspender. "Auch wenn wir zum Beispiel einen Zugang legen müssen, sind die Teddys eine hilfreiche Ablenkung, um den Kindern die Angst vor der Behandlung zu nehmen", sagt der Rettungsdienstleiter.


Auf die Idee, die Rettungsfahrzeuge mit Teddys auszustatten, kam Sandra Witkiewicz aus Netzschkau, die zu den Unterstützern der Aktion gehört und erklärt: "Ich kannte die Deutsche Teddy Stiftung bereits von einer anderen Aktion. Die meisten von uns haben Kinder. Für den Notfall ist so ein Teddy eine gute Sache." Das DRK stattet seine sechs Rettungsfahrzeuge und Notarzteinsatzfahrzeuge, die in den Wachen von Reichenbach, Rodewisch und Falkenstein stehen, bewusst nicht mit irgendwelchen Teddys aus. Es beteiligte sich am Projekt der Deutschen Teddy Stiftung, die es seit 1998 gibt und die es sich zum Ziel gesetzt hat, dieses Hilfsangebot möglichst flächendecken zu etablieren.

"Wir haben uns ganz bewusst für einen klassischen Teddy entscheiden, der hübsch anzusehen ist", erklärt Sandra Witkiewicz. 650 Euro an Sponsorengeldern seien zusammengekommen, berichtet Bianca Zisowsky, Geschäftsführerin des DRK Kreisverbandes Vogtland Reichenbach. An jedem Teddy hänge zudem ein kleines Schildchen, in das die Helfer, sofern Zeit ist, den Namen der Kinder eintragen können.

"Außerdem sind die Teddys natürlich schadstoffgeprüft und auch für Allergiker geeignet", fügt Manja Jopp, die Vorsitzende des Kreisverbandes Auerbach, hinzu.

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