NUZ: Noch mehr Quartiere für Flattertiere, Vögel und Insekten

Gemeinsames Basteln: Das ist wegen der Pandemie momentan nicht möglich im Oberlauterbacher Natur- und Umweltzentrum. Deshalb bekommen Kinder nun auf andere Weise Gelegenheit, sich für die Tierwelt zu engagieren.

Oberlauterbach.

Knapp 50 neue Behausungen für Fledermäuse sollen vor Beginn des Winters im Teichgebiet am Natur- und Umweltzentrum Oberlauterbach (NUZ) installiert werden. "Wir wollen das Quartier-Angebot deutlich erhöhen", sagt Naturschutzhelfer Michael Thoß. Denn die Flattertiere fänden in der "aufgeräumten Landschaft" kaum noch die Öffnungen in alten Bäumen, die sie als Unterschlupf brauchten.

Dabei sind laut Thoß für die verschiedenen Fledermaus-Arten auch ganz verschiedene Kästen nötig: Manche bevorzugen sehr enge, andere eher geräumige. In der Holzwerkstatt des NUZ entstehen diverse Modelle, darunter ein Wochenstuben-Quartier für trächtige Fledermaus-Weibchen. "Fledermaus-Weibchen können selbst steuern, wann sie schwanger werden", berichtet Sarah Böhm, die seit September im NUZ zuständig ist für Umweltbildung sowie Natur- und Artenschutz. Deshalb bekämen alle gleichzeitig im April oder Mai ihre Jungen - unabhängig davon, wann die Paarung stattgefunden hat.

Doch nicht nur für die fliegenden Säugetiere wird in der Werkstatt gebaut: Auch Nisthilfen für Vögel und für Insekten stellen die Mitarbeiter in den verschiedensten Variationen her. Ein besonders großes Modell für Wildbienen, gefüllt mit Schilfrohren, durchlöchertem Holz und Ziegel sowie Lehm, wird zusammen mit einer Schautafel auf dem neuen Oberlauterbacher Dorfplatz aufgestellt, der anstelle des Gasthofs Zum Goldenen Hirschen entsteht.

Pandemiebedingt mussten die beliebten Bastelangebote für Kinder im Zentrum eingestellt werden. Statt dessen gibt es im weiterhin geöffneten Naturladen zusätzlich zum sonstigen großen Angebot jetzt Bausätze für Futterhäuschen, Nistkästen oder auch kleine Insektenhotels, die zu Hause komplettiert werden können. Alles sei perfekt vorbereitet, versichern Michael Thoß und seine Mitstreiter. Bis Weihnachten wurden die Öffnungszeiten des Ladens freitags und samstags extra verlängert.

Thoß betont, dass Behausungen allein der Tierwelt nichts nützten: Sie bräuchten auch Nahrung. Und dazu könne jeder Gartenbesitzer etwas beitragen, zum Beispiel mit Blühwiesen - und etwa weniger "Ordnung" im Garten.

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