ÖPNV muss mehr Geld für Bahnverkehr ausgeben

Zweckverband bestellt 3,7 Millionen Zugkilometer für Fahrplan 2020/21

Auerbach.

Zur Absicherung des Fahrplans 2020/21 bestellt der Zweckverband ÖPNV Vogtland (ZVV) rund 3,7 Millionen sogenannte Zugkilometer. Damit bleibt das Angebot im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) im Vogtland stabil. Das hat die ZVV-Verbandsversammlung am Dienstag beschlossen. Das Gros der Bestellung entfällt auf die Länderbahn/Vogtlandbahn, die rund 2,7 Millionen Kilometer erbringen soll; weitere Vertragspartner sind Bahnunternehmen wie die Erfurter Bahn oder die Bayrische Oberlandbahn oder Busbetriebe, die im Bahnersatzverkehr fahren.

Die Kosten für den SPNV werden in der Beschlussvorlage mit rund 35,8 Millionen Euro veranschlagt, das sind knapp 2 Millionen Euro mehr als im laufenden Fahrplanjahr. Begründet wurde die Kostensteigerung mit höheren Infrastrukturkosten, die an die Deutsche Bahn zu zahlen sind, sowie mit einer im Verkehrsvertrag vereinbarten Kostensteigerung in Höhe von 2,5 Prozent.

Sebastian Eßbach, Leiter Verkehr und Fahrplan beim ZVV, geht für 2021 von "einer Stabilisierung des Betriebes aus", da bei der Länderbahn/Vogtlandbahn im Laufe dieses Jahres die Hauptuntersuchungen an den Triebwagen abgeschlossen werden und damit Zugausfälle der Vergangenheit angehören sollen. Nach wie vor ungelöst sei das Problem der zu geringen Fahrzeugreserve, was sich beim Ausfall von drei Triebwagen sofort aufs Leistungsangebot auswirke, erklärte Eßbach. Der ZVV dränge deshalb schon lange auf ein zusätzliches Fahrzeug, sagte der Verkehrsfachmann - und machte den Verbandsräten zugleich wenig Hoffnung auf baldige Änderung: Am Markt seien schlichtweg keine vergleichbaren Fahrzeuge verfügbar.

Die mit dem jüngsten Fahrplanwechsel wirksam gewordene Verkürzung der Linie RB 2, die seit Dezember 2019 in Zwickau nur noch bis zur Stadthalle fährt und nicht mehr wie zuvor bis ins Zentrum, hofft der ZVV bis zum Fahrplanwechsel 2020 abstellen zu können. Voraussetzung ist laut Sebastian Eßbach die Ertüchtigung der Infrastruktur in dem betreffenden Gleisabschnitt in Zwickau, damit dort alle Triebwagen-Typen der Vogtlandbahn rollen können, unabhängig von ihrer Ausrüstung. Laut ZVV laufen dazu Abstimmungen mit den Städtischen Verkehrsbetrieben, der Länderbahn/Vogtlandbahn und dem Verkehrsverbund Mittelsachen.


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