Oldtimerfan macht historischen Einsatzwagen wieder flott

Für die Reparatur ihres russischen Tanklöschfahrzeuges mit Motorschaden hat die Freiwillige Feuerwehr Treuen Hilfe gesucht und jetzt gefunden.

Treuen.

Normalerweise ist der alte Zil 131 unverwüstlich. Ein Motor-Defekt hat das Tanklöschfahrzeug aus russischer Produktion voriges Jahr allerdings außer Gefecht gesetzt. Seit Herbst steht es reparaturbedürftig im Depot der Freiwilligen Feuerwehr Treuen. Vorige Woche gingen die Kameraden mit dem Problem an die Öffentlichkeit und setzten einen Hilferuf auf ihrer Facebook-Seite ab. "Innerhalb eines Tages haben sich viele Leute gemeldet", sagte Gerätewart Sven Nahrendorf erleichtert. "Ich glaube, wir hatten ungefähr 30 Hinweise." Auch der Glückstreffer war dabei: Ein Oldtimer-Besitzer aus Reichenbach kann den technischen Schaden beheben. "Er bearbeitet den Motorblock so, dass er wieder ordnungsgemäß verwendet werden kann."

Aufgefallen war der Defekt während einer Herbst-Inspektion. "Wir wollten nur die Zylinderkopfdichtung auswechseln", schilderte Sven Nahrendorf. Weil es am Jahresanfang erfahrungsgemäß etwas ruhiger zugeht, wurde die Problemlösung verschoben. Mit einem russischen Antrieb bekommt es der Reichenbacher Helfer aber nicht zu tun. In dem Zil ist seit 1985 ein W50-Einheitsmotor verbaut. "Wahrscheinlich aus Kostengründen auf Befehl von oben", so Nahrendorf. "Das Original war ein Achtzylinder-Benziner, und der schluckte locker gesagt 100 Liter Sprit auf 100 Kilometer."

Obwohl 1978 als Neufahrzeug geliefert, kam das Kraftpaket erst im Jahr darauf zum Einsatz. Vorab gab es einiges anzupassen. "Das hatte nicht mal eine Straßenzulassung und musste auf deutschen Standard umgerüstet werden", sagte Nahrendorf. Bis 1990 rückte es bei Alarmierungen als erstes Fahrzeug aus, dann wechselte es in die zweite Reihe. 2002 zerlegten die Kameraden ihren Einsatzbegleiter nebenher für eine Generalüberholung in Eigenleistung. Die nahm das ganze Jahr in Anspruch. Ein Ersatzteilspender aus dem Braunkohletagebau leistete gute Dienste. 2012 ging das Löschfahrzeug in Rente.

Mittlerweile ist der Zil 131 vogtlandweit fast der einzige seiner Art. Lediglich die Schönecker Feuerwehr hat den Treuener Kameraden zufolge noch ein solches Gefährt im Gerätehaus stehen. Auch vor der Wende war er eher die Ausnahme in ländlichen Regionen. Zur DDR-Zeit sei es im Treuener Raum das einzige Feuerwehrfahrzeug mit Wasser an Bord gewesen, weiß Nahrendorf. "Solche Technik hatten sonst nur größere Kommunen." Ein anderes Bild bietet sich im Herstellerland: "Dort werden die immer noch gebaut."

Neben dem Zil 131 hat der Förderverein der Treuener Wehr einen W50 und mehrere richtig alte Spritzen aus der Anfangszeit des 20. Jahrhunderts im Bestand. Gebraucht wird das Löschfahrzeug heute noch - für Veranstaltungen und Hochzeiten. Ausrücken ist Geschichte.

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