Osterwanderung wird Wintertour

Bei Schneefall und Minusgraden folgten 250 Frühaufsteher den Rodewischer Wanderfalken vom Treffpunkt Oberlauterbach in die Natur. Unterwegs waren die Wanderer aber schon bei noch kälteren Temperaturen.

Oberlauterbach.

Noch steckt Walther Stemmler die Kälte in den Knochen. "Die kriecht rein, wenn man rumsteht", sagt der 69-jährige Plauener. Das musste er Punkt neun Uhr am gestrigen Palmsonntag nicht mehr. Mit 250 anderen Frühaufstehern brach er im Oberlauterbacher Natur- und Umweltzentrum (NUZ) zur 14. Osterwanderung auf. Organisiert und geführt wurden die drei zur Wahl stehenden Touren von den Wanderfalken, einer Sektion innerhalb der VSG Rodewisch.

Walther Stemmler reihte sich erstmals in Oberlauterbach ein. Rund um seine Heimatstadt Plauen ist er dagegen regelmäßig in Wanderausrüstung anzutreffen. Obwohl der Rentner auch vor 25-Kilometer-Touren nicht zurückschreckt, entschied er sich für die mittlere Tour mit zwölf Kilometern Länge. Sein Nachmittag sei anderweitig verplant, erzählte er. Walther Stemmler war einer von hundert Wanderern, die durch das Teichgebiet am NUZ über Schönau bis kurz vor Zschockau liefen und dann zum Start zurückkehrten. 95 Frauen, Männer und Kinder wählten die mit sechs Kilometern kürzeste Tour. Für 55 etwas Geübtere hatten die Wanderfalken 20 Kilometer im Angebot - mit dem Bergener Granitsteinbruch und Theumaer Fruchtschiefer-Abbaugebiet als Etappenzielen.

Weil die Wanderungen "Auf den Spuren des Osterhasen" heißen, reihte sich ein Langohr ein. Genau genommen "hoppelte" es voraus, um am Rastplatz der Familientour Süßes zu verstecken. Erwachsene konnten sich bei Bedarf einen Schluck Eierlikör genehmigen. "Ich habe aber auch Schokoladeneier im Korb", versicherte Heike Hahn vom ausrichtenden Verein. Sie schlüpfte zum zweiten Mal ins Hasenkostüm.

Seit Mitte der 1990er Jahre steigen die Rodewischer Wanderfalken mit ihrem Traditionswandern am Palmsonntag in die neue Saison ein. Bei jeder Ausgabe wird neues Terrain erkundet. Unterwegs bekommen die Wanderer nicht nur Stärkungen. Es gibt auch Informationen an historisch oder anderweitig bedeutsamen Stellen. Jedes Mal spannende Routen zu finden, ist Wanderleiter Gerhard Wattenbach zufolge nicht schwierig: "Man findet immer wieder neue Ecken." Angesichts der frostigen Temperatur und eines wenig einladenden Wetterberichtes hatten die Wanderfalken mit einer etwas niedrigeren Teilnehmerzahl gerechnet. Der Rekord liegt bei 450. "Es war klar, dass wir heute keine 400 Mann werden", sagte Wattenbach. Die Wanderung sei bislang immer gut besucht gewesen. Sogar bei minus sieben Grad und deren Nebenwirkungen: "Da sind uns dann die Quark-Bemmen erfroren."

Service Am 29. Juni laden die Rodewischer Wanderfalken zur 39. Wanderung "Rechts und links der Göltzsch" ein. Start ist je nach Streckenlänge (sechs, zwölf, 18 und 26 km) zwischen 7 und 10 Uhr am Grünbacher Feuerwehrdepot.

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