Pflegekräftemangel: Awo bildet Vietnamesen aus

Weil es immer schwieriger wird, freie Lehrstellen mit einheimischen Jugendlichen zu besetzen, hat die Arbeiterwohlfahrt Auerbach/Plauen Kontakte nach Asien geknüpft.

Auerbach.

Bis August 2019 sollen 24 junge Leute aus Vietnam ins Vogtland ziehen und hier von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Auerbach/Plauen zu Pflegekräften ausgebildet werden. Drei arbeiten bereits im Treuener Seniorenzentrum Neue Welt, sagt Awo-Geschäftsführerin Katrin Schmidt.

"Wir würden unsere Lehrstellen gerne mit jungen Leuten aus dem Vogtland besetzen", erklärt die Geschäftsführerin. Dafür werbe der Wohlfahrtsverband bei Ausbildungsmessen, biete Praktika und Ferienjobs an. Trotzdem sind von den fünf ab August zu besetzenden Lehrstellen drei frei, berichtet Ausbildungskoordinatorin Isabel Berger.

"Wir brauchen derzeit 30 bis 130 Tage, um frei gewordene Arbeitsplätze zu besetzen", so Katrin Schmidt. Einerseits möchte sie solche Stellen gern durch selbst ausgebildete Fachkräfte besetzen. Andererseits befürchtet sie, dass die Suche nach Personal immer länger dauert. Deshalb möchte sie dabei neue Wege gehen. Beim Besuch einer Fortbildung zum Fachkräftemangel erfuhr Katrin Schmidt von einem möglichen Partner. Dabei handelt es sich um die Firma T.Info, die in der Stadt Cao Lanh in Südvietnam ein Krankenhaus betreibt. Laut Katrin Schmidt möchte T.Info unter anderem die Altenpflege im Einzugsbereich der Klinik verbessern: "Altenpflege übernimmt dort die Familie. Es ist eine Ehre, sich um alte Menschen zu kümmern."

Beim Verbessern der Ausbildung kommt die Awo ins Spiel. Die Vogtländer sollen T.Info beim Umstellen auf den deutschen Lehrplan helfen. Von der Kooperation sollen beide Seiten profitieren. Die Vietnamesen könnten ihre Pflegestandards erhöhen und die Awo ihren Fachkräftemangel lindern. Ob diese Hoffnung der Geschäftsführerin aufgeht, ist offen, weil "wir niemand zum Hierbleiben zwingen können". Nach Erfahrungen anderer Awo-Kreisverbände bleiben 80 Prozent der ausgebildeten Pfleger im Land, 20 kehren in die Heimat zurück, so Schmidt. Tritt die Ausbildungskooperation in Kraft, müssten Absolventen der Schule von Cao Lanh in Deutschland nicht erneut die Schulbank drücken, bevor sie als Pfleger arbeiten dürfen. Das sei bislang noch notwendig, weil in beiden Ländern nach unterschiedlichen Plänen unterrichtet würde. Karin Schmidt: "Bei uns wird mit mehr Technik gearbeitet. Außerdem müssen die Vietnamesen deutsche Gesetze wie das Hygienegesetz kennen und danach arbeiten."

Zwölf der künftigen Awo-Azubis haben in Vietnam bereits eine Pflegerausbildung absolviert, zwölf weitere kämen ohne Vorkenntnisse. Den Zeitraum bis Ausbildungsstart im August 2019 benötige die Awo, um alle Formalitäten wie Visa- und Wohnraumfragen zu klären und die Vietnamesen in deutscher Sprache fit zu machen. Ein Visa erhalte nur, wer einen Ausbildungsvertrag hat.

Dass die Vogtländer Vorbehalte gegenüber asiatischem Pflegepersonal hegen, glaubt Schmidt nicht: "Bei einer Versammlung haben die Angehörigen der von uns betreuten Senioren Zustimmung signalisiert."

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5Kommentare
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    1
    aussaugerges
    17.05.2018

    Ich habe viele Jahre mit Vietnamesen zusammen gearbeitet. Habe auch Bilder und FP Berichte. Auch Arbern habe ich ausgebildet, früh habe ich sie immer mit Allah Akbar begrüßt. (((Haben alle die Prüfung bestanden!))) Geht heute nicht mehr.

  • 2
    0
    Zeitungss
    14.05.2018

    @Blackadder: Über die Eigentumsverhältnisse der Vietnamesen könnte man sich streiten ob diese nun einen neuen Besitzer haben. Den Mangel an Fachkräften und die Ursachen dafür ist das nicht von Bedeutung. Wenn @aussaugerges noch einige davon besitzt, ist er im Vorteil wenn einmal Not an Mann oder Frau ist. Sehen wir es also gelassen, es ist ja auch nicht der Punkt, welcher ausgeleuchtet werden sollte.

  • 2
    1
    Zeitungss
    14.05.2018

    AWO bildet Vietnamesen im Fach Lohnvermeidung aus, müßte es richtig lauten. Fachkräfte sollten es schon sein nur die Bezahlung sollte man ihnen abgewöhnen. Liebe AWO, bei ordentlicher Bezahlung und verträglichen Arbeitsbedingungen, sind selbst hier Fachkräfte zu bekommen. Komisch dabei ist, dass die hochbezahlen Führungskräfte das noch immer nicht erkannt haben, bleibt die Frage offen, für WAS werden die so fürstlich bezahlt, ich würde es mit Unfähigkeit bezeichnen. Mit Gewinnsteigerung hat das sicherlich absolut nichts zu tun, wird man demnächst hier lesen können.

  • 3
    5
    Blackadder
    14.05.2018

    Das sind nicht IHRE Vietnamesen.

  • 3
    3
    aussaugerges
    14.05.2018

    Ja auf unsere Vietnamesen kann man bauen. Ob unser verschleierten das mal machen?



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