Plauener Babyklappe: Findelkind ist ein Junge

Der Säugling war in eine Decke gewickelt - Ein Brief an die Mutter

Plauen.

Der Säugling, der Sonntagnacht in der Plauener Babyklappe abgelegt wurde, ist ein Junge. Er war nackt und in eine Decke gewickelt, teilt Polizeisprecher Christian Schünemann mit. Er sei erst wenige Stunden alt gewesen. Ein Schreiben dazu habe es nicht gegeben.

Der Karo-Verein, der die Babyklappe am Unteren Bahnhof betreibt, hat am Dienstag auf Facebook einen Brief an die Mutter veröffentlicht. "Das Kind allein zur Welt zu bringen und ihm das Leben zu schenken, war eine große Leistung", heißt es darin. Der Verein bietet ihr neben dem Kontakt zum Kind Hilfen von Therapeuten und medizinische Untersuchungen an. "Um die Trennung von Ihrem Baby und die Lebenslage... zu verarbeiten oder verändern zu können, raten wir Ihnen ebenfalls, therapeutische Hilfe und zu suchen", heißt es weiter: "Haben Sie keine Angst davor, Hilfe zuzulassen." Das Adoptionsverfahren dauere etwa ein Jahr. Bis dahin habe die Mutter die Chance, ihr Kind zu sich zu nehmen.

Bei jedem der elf in der Babyklappe gefundenen Kinder hatte sich Karo mit einem Appell an die Mütter gewandt. Die Frauen nahmen jedoch keinen Kontakt mit dem Plauener Verein auf. Zum Säugling äußert sich Karo wegen Angriffen in der Öffentlichkeit nicht. "Jeder Fund hat zu heftigen Debatten geführt", begründet Karo-Sprecherin Eileen Schönheit. Unter anderem habe sich der Verein für das Betreiben der Babyklappe rechtfertigen müssen. Das Wärmebettchen nahm Karo vor elf Jahren in Betrieb. Zuletzt war im Oktober 2018 ein neugeborener Junge dort abgelegt worden. Das Jugendamt ist von Rechtswegen der Vormund des Kindes, der Sonntagnacht in dem Bettchen lag.

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