Politiker fordern Erhalt von Berufsschule

Die Gastronomie-Ausbildung muss in Falkenstein bleiben. Das sagen jetzt auch die CDU-Abgeordneten Yvonne Magwas und Sören Voigt. Am Beispiel von Bayern demonstrieren sie, was das für Vorteile bringt.

Falkenstein.

"Unser Ziel ist es, die berufliche Ausbildungen zum Koch, zur Restaurant- und Hotelfachkraft sowie zur Fachkraft im Gastgewerbe auch künftig im Vogtland anzubieten und damit den Berufsschulstandort Falkenstein zu erhalten", so Bundestagsmitglied Yvonne Magwas und Sören Voigt, Mitglied des Sächsischen Landtags, in einer Pressemitteilung.

Hintergrund des Vorgehens ist, dass das Sächsische Kultusministerium die Zahl der sächsischen Berufsschulen verringern und die Ausbildung an wenigen Standorten konzentrieren möchte. Vor kurzem wurde bekannt, dass davon auch die Gastronomieausbildung an der Falkensteiner Außenstelle des Berufsschulzentrums "Anne Frank" betroffen ist. Die Anmeldungen erreichen dort pro Berufsfeld gerade noch die Mindestzahl von 16 Jugendlichen, die für das Gründen einer Klasse notwendig sind. Bis zum Spätsommer hat nun der Vogtlandkreis als Schulträger Zeit, eine Stellungnahme zu den Plänen zu erarbeiten und sie ans Kultusministerium zu schicken. Konsequenzen könnte es ab dem Schuljahr 2018/2019 geben.


Auch wenn es im Plauener Landratsamt nicht offen angesprochen wird, aber das Aus der Gastronomie-Ausbildung käme dem des gesamten Falkensteiner Berufsschulstandortes gleich. Denn Gastronomieberufe erlernen etwa die Hälfte der rund 200 Jugendlichen, die heute dort ausgebildet werden.

Angesichts dieser Entwicklung gehen Magwas und Voigt in die Offensive. Statt die Ausbildung im Vogtland infrage zu stellen, schlägt Yvonne Magwas etwas anderes vor. Das Kultusministerium sollte nach Bayern schauen, wie dort Politik für ländliche Räume gemacht wird: "Der Freistaat baut Autobahnen und Hochschulen in die Peripherie und verlagert Landesbehörden aus München ins Land. Bildung, Infrastruktur und Arbeitsplätze machen den ländlichen Raum zukunftsfähig. So müssen wir auch gemeinsam in Sachsen stärker agieren." Nach ihrer Meinung wurde in Sachsen schon viel zu viel aus rein finanzpolitischer Sicht zusammengestrichen. "Damit muss Schluss sein", so Magwas. Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hof wurde 1994 als Fachhochschule gegründet. Bei einer Verwaltungsreform hatte Bayern im Jahr 2006 das Landesamt für Wasserwirtschaft und Geologie in die Saalestadt verlagert.

Sören Voigt schlägt vor, die Berufsschüler von sächsischen Ballungszentren aufs Land zu lenken. Davon würden beide Seiten profitieren: An den Berufsschulen in ländlichen Gebieten gebe es mehr Berufsschüler, und Städte wie Leipzig und Dresden könnten die Schulgebäude für andere Zwecke nutzen. Beispielsweise als dringend benötigte Grund- und Oberschulen.

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