Poller soll Goethestraße für Lkw sperren

Die Fronten im Streit um die Öffnung der Oberen Goethestraße sind verhärtet. Anlieger wollen diese abwenden, die Stadt will eine technische Lösung.

Auerbach/Rebesgrün.

Die komplette Öffnung der Oberen Goethe-straße in Rebesgrün ist vom Tisch. Der Technische Ausschuss von Auerbach hat sich am Montagabend mehrheitlich für die Variante ausgesprochen, auf dieser Zufahrt zum Industriegebiet Auerbach-West/Rebesgrün einen elektronischen Poller zu installieren. Damit soll sichergestellt werden, dass jenseits der bestehenden Tonnage-Begrenzung für Lkw über 3,5 Tonnen nur Linienbusse und Feuerwehr die Straße befahren können.

"Somit bleibt der aktuelle Beschilderungsplan bestehen und es bedarf keines erneuten Stadtratsbeschlusses", erklärte Bauamtsleiter Patrick Zschiesche nach der Sitzung. Derzeit werde ein Angebot für solch einen per Fernsteuerung zu bedienenden Poller eingeholt, im Anschluss daran erfolge der Einbau. "Die Transponder zur Öffnung des Pollers erhalten der ÖPNV und die Feuerwehr", so Zschiesche weiter.

Zeitgleich zum Technischen Ausschuss beschäftigte die Öffnung der Oberen Goethestraße auch den Ortschaftsrat Rebesgrün. Zwei Dutzend Anwohner brachten das Thema in der Bürgerfragestunde vor, nachdem sie schon in der Stadtratssitzung vor zwei Wochen gegen die Pläne protestiert hatten. Denn zunächst hatte die Stadt geplant, die seit zwei Jahren auf der Oberen Goethestraße gültige Fahrbahneinengung und Tonnage-Begrenzung aufzuheben. Der Anlass: Ab 13. Oktober, wenn der Fahrplan für das "Vogtlandnetz 2019+" in Kraft tritt, will der ÖPNV das Industriegebiet über die Obere Bahnhofstraße regelmäßig mit Linienbussen anfahren. Über die reguläre Lkw-Zufahrt zum IG über die Richardshöhe würde dies zu lange dauern, der Fahrplan wäre nicht einzuhalten, wurde angeführt. Weil die Poller-Lösung bis Sonntag nicht umzusetzen ist, wird die Buslinie vorerst nicht bedient. Eine Übergangslösung ist nicht geplant.

Die Anwohner machten im Ortschaftsrat klar, dass sie von ihren Vertretern eine Positionierung zu ihren Gunsten erwarten. Sie fühlen sich von der Politik im Stich gelassen, denn schon jetzt sei die Situation "eigentlich unerträglich", sagte ein Anwohner: Vier bis fünf Mal am Tag fahren sich Sattelzüge in der eigentlich gesperrten IG-Zufahrt fest, die nur von Pkw und Transportern passiert werden darf und für Lkw nur bis zur Göltzschtalwerk-statt freigegeben ist.

Nach umfangreicher Anhörung der Bürger verabschiedete der Ortschaftsrat eine Entschließung, in der er sich gegen die komplette Öffnung der Straße ausspricht und die Forderung der Anwohner nach vollständiger Schließung der Straße als Zufahrt zum Industriegebiet unterstützt. Ziel müsse sein, die Wohnbebauung vom Verkehr ins Industriegebiet zu entlasten und diesen auf die neue B 169 zu verlegen. Damit verbunden ist die Forderung, die in Rebesgrün als unbefriedigend empfundene Erschließung des Industriegebietes zu klären. Und das heißt für die Rebesgrüner: Wiedereröffnung der IG-Zufahrt über die Jüchener Straße.

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