Postsäule schmückt Lengenfelder Markt

Spenden haben es möglich gemacht: Jetzt steht das nach historischem Vorbild gestaltete Prachtstück auf dem zentralen Platz.

Lengenfeld.

25 Jahre nachdem die Idee geboren war, auf dem Lengenfelder Marktplatz wieder eine originalgetreue Postsäule aufzustellen, ist es jetzt soweit: Seit dieser Woche steht ein vier Meter großes Unikat aus Blauenthaler Granit mit einem eindrucksvoll gestalteten Kopfstück mit Wappen als Schmuckstück auf dem Lengenfelder Markt.

Zur feierlichen Einweihung fuhr die historische Mylauer Postkutsche vor, gelenkt von Gerd und Fredo Jacob aus Lengenfeld, die für diesen besonderen Anlass in eine ebenso historische Postkutscheruniform schlüpften. Für den Fototermin, bei dem viele Handys und Fotoapparate klickten, standen die beiden Rösser, dicht umringt von den zahlreichen Zuschauern brav vor der Säule. Historisch waren auch die von Felix Mende gespielten Postsignale, die unter anderem davon kündeten, wie viele Pferde und Insassen mit der Postkutsche unterwegs sind oder dass dringend ein Schmied gebraucht wird.

294 Jahre ist es her, dass Lengenfeld eine solche Postmeilensäule erhielt. Dieses Privileg stand nur Städten mit einer wirtschaftlichen Bedeutung zu, erklärte Bürgermeister Volker Bachmann (Pro Lengenfeld). Neben Lengenfeld waren das in der Umgebung Zwickau, Reichenbach, Auerbach und Plauen. Ursprünglich stand die Säule am heutigen Kirchplatz, denn dort befand sich 1725 der Marktplatz. Überlebt hat die Zeit keine der Säulen. Mit Einführung neuer Maßeinheiten waren die Unikate unnütz, wurden zertrümmert und ihre Bruchstücke, wie im Falle von Lengenfeld, zu Bauzwecken verwendet. Im alten Amtsgericht entdeckte eine Gruppe um den langjährigen Museumsleiter Thomas Petzoldt ein Sockelstück in einer Mauer. Petzoldt hat einen wesentlichen Anteil daran, dass das Projekt "Postmeilensäule" Gestalt annahm.

Etwa 29.000 Euro kostete die Nachbildung. 7360 Euro haben Lengenfelder Bürger gespendet. Etwa 17.000 Euro könnte die Stadt als Fördergeld erhalten. Der Rest waren Eigenanteile.

André Kaiser, Geschäftsführer des Fördervereins Sächsischer Postmeilensäulen, erklärte, dass die neue Säule als einzelnes Objekt genauso wie das Gesamtsystem Postmeilensäulen unter Denkmalschutz steht. Die Entfernungsangaben sind in Wegstunden angegeben. Das ist die Strecke, die ein Fußgänger in etwa einer Stunde zurücklegt. Nach heutigem Verständnis entspricht eine Wegstunde rund 4,5 Kilometern.

Mit dem Aufstellen der Postmeilensäule vervollkommnet sich das Bild des neu gestalteten Marktplatzes. In den vergangenen zwei Jahren hat eine rustikale Granitpflasterung den Asphalt abgelöst. Ein Wasserspiel plätschert, Bepflanzung und Bänke laden zum Verweilen ein. Eine Eisdiele gibt es mittlerweile auch und selbst am letzten grauen, unsanierten Haus am Platz steht jetzt ein Gerüst.

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