Prachtvolle Osterausstellung im Museum

Ohne Geschichtskenntnisse ist die Schau in Auerbach einfach prächtig, mit Hintergrundwissen macht sie Geschichte auf angenehme Art lebendig.

Auerbach.

Russland verbindet kaum jemand mit dem Thema Ostern, das Auerbacher Museum schon. Die am Freitag eröffnete Ausstellung "Der russische Zar und die Fabergé-Eier" widmet sich österlicher Dekoration aus dem einstigen Zarenreich. Dank der treuen Ausstellerin Edith Breitkreuz aus Gotha, die schon oft private Stücke im Museum zeigte, hat Auerbach dieses Jahr eine äußerst ungewöhnliche Schau zu bieten und wirbt mit dem Slogan "Das prachtvollste Osternest des Vogtlandes".

700 Ostereier aus Russland, viele im Stil der Fabergé-Eier, füllen einen Ausstellungsraum. Edith Breitkreuz stellt damit allerdings nur einen kleinen Teil ihrer umfangreichen, etwa 10.000 Ostereier umfassenden Sammlung zur Verfügung.

Torsten Kleditzsch

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Fabergé-Eier sind dekorative Schmuckstücke in Eiform aus der Werkstatt des Juweliers Peter Carl Fabergé, der diese in Sankt Petersburg im zu Ende gehenden 19. Jahrhundert zuerst vornehmlich für die Zarenfamilie und später für andere reiche Adlige fertigte. Die Originale, besetzt mit so wertvollen Materialien wie Elfenbein, Gold und Diamanten, sind ein Vermögen wert. Sammler zahlen dafür Millionenbeträge. Die der früheren russischen Tradition nachempfunden Schmuckgegenstände tragen so außergewöhnliche Namen wie "Dänisches Jubiläumsei", "Zarewitsch-Ei", "Russisches Ikonen-Ei" oder "Kaukasus-Ei". Um diesen Kult um das Ei zu verstehen, muss man wissen, dass in Russland Ostern das wichtigste Fest der orthodoxen Kirche ist und es schon ab dem 17. Jahrhundert üblich war, zu Ostern geschmückte Eier zu verschenken. Wer es sich leisten konnte, wählte Eier aus kostbaren Materialien.

Doch auch wenn im Auerbacher Museum keine Juwelen funkeln, sind die Nachbildungen sehenswerte Schmuckstücke, die im Ausstellungsraum in Vitrinen mit Spot-Beleuchtung ins rechte Licht gesetzt, einen Eindruck vom Wert der Originale vermitteln. Daneben gibt es noch zahlreiche, mit verschiedenen Motiven bemalte oder anderweitig verzierte Schmuckstücke in Eiform, darunter auch Rieseneier, deren Abbildungen russische Märchenfiguren zeigen.

Ein anderer Raum präsentiert die Zarenfamilie überlebensgroß in stilechter Kleidung des 19. Jahrhunderts. Ein bisschen Geschichtsunterricht komplettiert das Verständnis für die Schau. Die Zarendynastie der Familie Romanow endete mit der Oktoberrevolution, angeführt von Wladimir Iljitsch Lenin, der älteren Generation noch bekannt aus dem Geschichtsunterricht. Die Revoluzzer töteten einen Teil der Zarenfamilie, enteigneten sie und verkauften einen großen Teil der kostbaren Eier an westliche Kunsthändler.

Eine Spielecke für Kinder mit Ostereier-Zielwerfen zeigt die familienfreundliche Seite des Museums. Schon im Treppenaufgang begrüßen den Besucher, der zur Schau in die obere Etage muss, überlebensgroße Osterhasen und Osterdekoration aller Couleur. "Diesen Teil der Ausstellung haben wir unserem eigenen Fundus entnommen", berichtet Museumsmitarbeiterin Simone Sonntag. Zwei weitere private Aussteller steuerten Alltagsgegenstände aus Russland zur Osterschau bei.

Die Ausstellung hat bis 30. April jeweils Dienstag bis Sonntag 13 Uhr bis 17.30 Uhr geöffnet. An den Osterfeiertagen täglich.

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