Premiere für Sauerkrautsuppe

Auch die 22. Ausgabe am Samstag hat es gezeigt: Kraut in vielen Varianten gehört zum Schreiersgrüner Weihnachtsmarkt. Neuerdings sogar in Suppenform.

Schreiersgrün.

Roster, Lebkuchen, Glühwein? Das wird zum Schreiersgrüner Weihnachtsmarkt auch in rauen Mengen über die Theken gereicht. Von sich reden macht er jedes Jahr aber aus ganz einem anderen Grund. Und der heißt Sauerkraut. Bis zur 21. Ausgabe im vergangenen Jahr brachte Familie Tiepner die Spezialität noch als "Einzelkämpfer" in unterschiedlichsten Geschmacksvarianten unter die Gäste. Am Samstag bekam sie flüssige Konkurrenz vom örtlichen Dorfverein. Schreiersgrüner Sauerkrautsuppe nannte sich der Marktneuling.

Was auf den ersten Blick wie Soljanka aussah und zwei stattliche Töpfe füllte, fand reißenden Absatz. Beim Löffeln gingen die Daumen schnell hoch. "Gut gewürzt", "mal was Anderes, "das könnte ich öfter essen", lauteten die Urteile erster Probanden. 100 Portionen steckten in den Behältern. Sibylle Kraus war sich nicht sicher, ob die Mahlzeiten bis zum Abend reichten. "Ich bereite das bestimmt schon seit 15 Jahren zu", erzählte sie. Allerdings für weitaus weniger Esser. "Und bis jetzt habe ich noch nie jemanden sagen gehört, die Suppe schmeckt nicht."

Was steckt also drin in den Töpfen? Auf jeden Fall eine ganze Menge Sauerkraut. Und genauso viel Hackfleisch. "Dann kommen noch Kartoffeln rein, geschälte Tomaten, Tomatensaft, Gewürzgurken, Zwiebeln und Gewürze", zählte Sibylle Kraus auf. Selbst erfunden hat sie die Suppe nicht. "Das war mal ein Party-Rezept, das ich mitgebracht habe", sagte sie. Mit Kartoffeln machte die Schreiersgrünerin ihre Suppe später richtig rund.

"Klein aber fein" nennt sich der Weihnachtsmarkt im Treuener Ortsteil. Zwölf Buden kuscheln sich auf dem Festplatz im Halbkreis aneinander. Pfiffige Leckereien und Dekoratives stehen zum Verkauf. "Wir lassen uns jedes Jahr was Neues einfallen, greifen aber auch auf Altbewährtes zurück", erklärte Diana Baumbach vom organisierenden Dorfverein. Dazu gehören Schreiersgrüner Schwarzbeerbrie als Glühwein-Abwandlung und eben das Sauerkraut.

Wie die Suppentheke, blieb auch die Bude der Tiepners so gut wie nie unbesucht. Dort standen drei Sauerkraut-Varianten im Rohzustand portionsweise abgepackt zur Wahl: klassisch, Peperoni und rubinfarben dank Rotwein-Schuss. An Experimentierfreude mangelt es den Hobby-Krautköchen nicht. Etwa zehn verschiedene Geschmacksrichtungen gab es schon.

Verkauft wird die begehrte Schreiersgrüner Spezialität nach alter Rezeptur nur im Advent, nach Vorbestellung und auf dem Weihnachtsmarkt des Dorfes. "Wir essen zum Gänsebraten grundsätzlich Sauerkraut", sagte Frank Tiepner. "Dann muss es aber naturbelassen sein."

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