Produzent von Konserven BWF rutscht in Insolvenz

Rechtsanwalt sieht gute Chancen für Erhalt aller Arbeitsplätze

Für Sie berichtet: Lutz Hergert

Beim Amtsgericht in Chemnitz ist gegen die Beeren-, Wild- und Feinfrucht (BWF) GmbH in Steinberg ein Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit eröffnet worden. Laut Rechtsanwalt Henry Girbig, der das Unternehmen betreut, bestehen gute Chancen, die 1880 gegründete Firma zu erhalten. Deswegen habe das Amtsgericht ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung der aktuellen BWF-Geschäftsführung angeordnet. Girbig nimmt bei dem Verfahren als sogenannter Sachwalter die Rolle eines Betreuers wahr. Er sucht nun einen zahlungskräftigen Partner, der in die Firma investiert.

Bei der BWF laufe unterdessen der Geschäftsbetrieb wie gewohnt weiter. Die 32 Mitarbeiter hätten in den vergangenen Monaten immer ihren Lohn erhalten. Hergestellt werden in dem Steinberger Ortsteil Rothenkirchen hauptsächlich verschiedene Konserven mit Fertigsuppen, Eintöpfen und Pilzgerichten sowie Pilzen und Waldfrüchten.

Entstanden seien die Probleme, weil in dem Unternehmen vor mehreren Jahren damit begonnen wurde, die Vertriebsstruktur umzustellen. "Ein früherer Geschäftsführer hat versucht, für die BWF einen eigenen Vertrieb aufzubauen", erklärt Rechtsanwalt Girbig. Ursprünglich erfolgte der Verkauf der Waren über einen Handelsvertreter deutschlandweit an den Lebensmitteleinzelhandel. Das wollte der Geschäftsführer ändern und die Konserven direkt an den Einzelhandel verkaufen. Da das neue Geschäftsmodell aber nicht funktionierte, sei der Umsatz stark zurückgegangen.

Nachdem der Geschäftsführer das Unternehmen verlassen hatte, habe die neue Firmenleitung den Vertrieb wieder auf die alte Struktur umgestellt und den früheren Handelsvertreter zurück geholt. Girbig: "Es dauert allerdings eine Zeit lang, bis sich dabei wieder Erfolge einstellen." Seiner Meinung nach habe die neue Geschäftsführung das Ruder aber noch rechtzeitig herumgerissen, sodass er jetzt in Ruhe nach einem finanzstarken Partner für das Unternehmen suchen könne. "Wir müssen nicht den ersten Besten nehmen, der uns ein Angebot unterbreitet", erklärt der Rechtsanwalt. Deshalb kann er auch derzeit noch nicht sagen, wie lange die Suche nach einem Investor sowie die Insolvenz in Eigenregie dauern.

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