Radnetz-Initiative holt Bürger ins Boot

Auch wenn wenig Hoffnung besteht, dass es mit dem Brückenschlag für einen Rad- und Fußweg über die A 72 bei Treuen schnell geht: Die Aktivisten lassen nicht locker.

Treuen.

Anfang 2019 initiiert, im März gegründet, mit Radler-Demos- und Radtouren an die Öffentlichkeit gegangen, wollen die Aktivisten der Initiative Radnetz Treba (RT) ihrem Anliegen jetzt neuen Schwung geben. "Nach Gesprächen, in denen sich die Verantwortlichen den ,Schwarzen Peter' gegenseitig zugeschoben haben, sieht es danach aus, als wenn eine Brücke für einen Rad- und Fußweg über die A 72 an der Anschlussstelle Treuen erst in ferner Zukunft gebaut wird", so Michael Meisel, Initiator der Initiative.

Vor dem für nächste Woche im Sächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr in Dresden geplanten Treffen zu Lösungsmöglichkeiten für eine Entschärfung der für Fußgänger und Radler gefährlichen A-72-Querung wollen die Radnetz-Aktivisten mit einer Ideensammlung dafür sorgen, dass ihr Anliegen in Treuen nicht aus dem Blick gerät. "Wir werden die Bürger in Treuen und Ortsteilen zu Wünschen, Ideen und Vorschlägen in punkto Radwegenetz befragen" kündigt Michael Meisel an. Mit Plakaten und über soziale Netzwerke will die Initiative zur Ideensammlung aufrufen. DasMaterial soll zur Diskussionsgrundlage eines neuen Arbeitskreises werden.


Die Idee zu dem Arbeitskreis war Ende Mai bei einem Treffen von RT-Vertretern mit Bürgermeisterin Andrea Jedzig (Einzelkandidatin/ CDU) geboren worden. Michael Meisel verhehlt nicht, dass er Jedzigs Vorschlag skeptisch sieht. "Ich weiß nicht, was das bringen soll. Mit der Berufung eines sachkundigen Bürgers in den Technischen Ausschuss des Stadtrates ist doch schon für mehr Expertise gesorgt", wundert er sich. Zugleich betont der RT-Sprecher, dass sich die Initiative dem Vorschlag nicht verschließen werde.

Bürgermeisterin Jedzig verweist auf gute Erfahrungen, die Treuen mit Arbeitskreisen gemacht habe, etwa bei der Stadtsanierung. "Zudem sollten wir nicht über die Köpfe des neuen Stadtrates hinweg Entscheidungen treffen. Der Arbeitskreis ist eine Einladung an alle, die an Lösungen mitarbeiten möchten", betont Andrea Jedzig.

Wo sich Bürgermeisterin und Radweg-Initiative einig sind, das sind ihre Erwartungen an das Gespräch nächste Woche in Dresden. Beider Erwartungen sind eher verhalten. "Ich habe das Treffen angeregt, damit danach alle Beteiligten einen einheitlichen Wissensstand haben", begründet Jedzig. Denn daran kranke die Diskussion über Radwege in Treuen derzeit, sagt sie.

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