Radweg-Streit: Kompromiss als Lösung

Das Tauziehen um die passende Variante bei Dammsanierung und Radwegbau am Maschinenteich hat ein Ende. Beim Ortstermin überraschte die Stadtverwaltung mit einer dritten Variante. Mit der können sich auch Naturschützer anfreunden.

Auerbach.

Bald drei Jahre schwelt der Konflikt um die geeignetste Variante beim Fortgang der Bauarbeiten am Göltzschtalradweg ab Hofaupark in Richtung Ellefeld. Jetzt scheint ein Kompromiss gefunden, mit dem beide Konfliktparteien leben können - Stadt und Naturschützer: Beim Ortstermin des Technischen Ausschusses am Maschinenteich präsentierte Bauamtsleiter Patrick Zschiesche am Montagabend Stadträten und Naturschützern eine dritte Variante, zu der prinzipiell Zustimmung signalisiert wurde.

Die Mitglieder des Technischen Ausschusses sprachen sich gleich in der anschließenden Sitzung für den Variantenvorschlag aus. Die Naturschützer um Michael Thoß kommentierten die neue Planung mit "erstmal nicht ganz schlecht" und können sich ebenfalls damit anfreunden - wenn von den Planern noch ein paar Änderungen in ihrem Sinne berücksichtigt werden.


Bislang ging es im Streit am Maschinenteich darum, auf welcher Seite des Maschinenteiches der Radweg weitergebaut wird: zwischen Teich und Göltzsch, wie von der Stadt favorisiert. Oder unterhalb des Lidl-Marktes, wie von den Naturschützern gefordert. Damit in Zusammenhang steht die Dammsanierung. Die ist erforderlich, damit der derzeit trocken liegende Maschinenteich wieder dauerhaft Wasser führt und als Biotop und Lebensraum für Amphibien und Vögel funktioniert. Die Verwaltung wollte den Damm ertüchtigen und darüber den Radweg führen, die Naturschützer lehnten das wegen zu großer Eingriffe in die Natur ab.

Der Kompromissvorschlag vereint Elemente beider Vorschläge: Zunächst führt der Radweg auf den Damm. Das ist notwendig, weil das Areal zwischen Beegerstraße und Teich in zwei oder drei Jahren für den Bau eines unterirdischen Regenüberlaufbeckens benötigt wird. Vom Damm soll der Radweg über einen Steg auf die andere Seite geleitet werden, wie von den Naturschützern gefordert. Ihre Hoffnung: Der Planer findet zwischen Markt und Teich eine Trasse, bei der nur wenige Bäume weichen müssen.

Insgesamt geht es um 300 bis 400 Meter neuen Radweg und einen sanierten Teichdamm. Daran führe kein Weg vorbei, erklärte Bauamtsleiter Zschiesche. Welche Lösung dafür gewählt wird, blieb beim Ortstermin offen. Neben der Ertüchtigung des bestehenden Bauwerkes ist auch das Vorsetzen eines Neubaus möglich, was in den Augen der Naturschützer die Chance böte, möglichst viel vom Baumbestand zu erhalten. Zschiesche warnte vor allzu hohen Erwartungen: "Das wird hier eine Baustelle." Auch die Stadt wolle Grün erhalten, aber auch ein Naherholungsgebiet in Verlängerung des Hofauparkes schaffen, betonte er.

Laut Stadtverwaltung steht das Bauvorhaben mittlerweile unter Zeitdruck: Um nächstes Jahr den Radweg bauen zu können, dessen Förderprogramm 2020 endet, müsse man noch dieses Jahr mit der Sanierung des Maschinenteiches beginnen. Für Dammsanierung sowie Teichentschlämmung und -abdichtung seien Mittel aus dem Programm "Natürliches Erbe" beantragt. Zusammen mit der bereits erfolgten Sanierung des Märchenteiches liegen die geplanten Kosten für das Gesamtprojekt bei 1,4 Millionen Euro, erklärte der Bauamtsleiter.

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1Kommentare
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    Tauchsieder
    09.10.2019

    Ein Kompromiss und ein Lacher in einem. Der Investor hat doch der Stadtverwaltung erklärt, der Teich sei dicht, es werde keine zusätzliche Lehmabdeckung gebraucht usw. . Jetzt muss der Teich doch saniert werden, er ist undicht. Muss sich der Investor an diesen Kosten beteiligen, oder gibt er noch ein "Gutachten" ab, was seine Unschuld beweist?
    Übrigens wäre hier im Vorfeld doch die Frage zu klären, läuft der Teich über den Damm aus, oder versickert das Wasser über das Erdreich, obwohl nach Aussagen des Investors und der Übernahme dieser Aussage durch die Stadtverwaltung dieser auch ohne Lehmabdeckung dicht sein müsste. Wenn das nicht im Vorfeld geklärt wird, kann schon der nächste Lacher geplant werden.



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