Radweg über die A 72 bei Treuen: Erst muss ein neues Konzept her

Ein Spitzentreffen zum Thema in Dresden hat vor allem eines gebracht: Klarheit darüber, dass die Treuener sich noch Jahre gedulden müssen.

Treuen/Dresden.

Zwischen "Erfolg" und "Ernüchterung" pendeln die Einschätzungen von Teilnehmern eines Treffens zum Thema Radwege in Treuen. Initiiert von Bürgermeisterin Andrea Jedzig (CDU/Einzelkandidatin), traf man sich am Dienstag in Dresden - im Sächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA). Bei Bernd Sablotny, Abteilungsleiter Straßenbau im SMWA mit am Tisch waren auch Vertreter der Straßenbauverwaltung, des Vogtlandkreises und der Bürgerinitiative Radnetz Treba.

Deren Sprecher Michael Meisel sprach nach dem Treffen von "Ernüchterung" und bekannte: "Wir hatten uns mehr erhofft." Die durch mehrere Planungsschritte absehbar langen Zeiträume, bis eine für Fußgänger und Radfahrer sichere Querung der A 72 Realität wird, nannte Meisel "unbefriedigend. Bei mir verfestigt sich der Eindruck: Radfahrer und Fußgänger haben keine Priorität."


Diese kritische Haltung teilt der CDU-Landtagsabgeordnete Sören Voigt nicht. "Wir haben Klarheit darüber, was geht und was nicht. Und es wurde das weitere Vorgehen vereinbart. Dazu passt die Zusicherung, dass sich das Land an den Planungskosten beteiligt", berichtet Voigt, der ebenfalls an der Beratung teilgenommen hatte.

Was nicht geht: Die bestehende Straßenbrücke an der A-72-Anschlussstelle Treuen um einen Fuß- / Radweg erweitern. "Das gibt die Statik des Bauwerks nicht her", weiß Voigt aus dem Gespräch. Daraus folge, dass es ein separates Bauwerk geben muss. Wo und in welcher Form - darüber soll eine verkehrsplanerische Untersuchung Aufschluss bringen. Diese Machbarkeitsstudie werde die Radweg-Planungen von Stadt, Kreis und Land zusammenführen und dann Varianten unterbreiten, wo eine A-72-Querung am besten zu bewerkstelligen ist. In die Planungskosten von rund 50.000 Euro wollen sich Land und Kommune teilen. In Auftrag geben werden die Partner diese Studie aber erst im kommenden Jahr: Das Geld müsse erst in die Haushalte eingestellt werden, so die Begründung.

Baurecht für eine Querung der A 72 - ob als Brücke, Unterführung oder sonstige Lösung - sei nur über ein Planfeststellungsverfahren zu erreichen, wurde nach der Beratung von allen Beteiligten kommuniziert. Und das bedeutet: ein Planungszeitraum irgendwo zwischen vier und acht Jahren.

Bürgermeisterin Jedzig sagte, sie freue sich vor allem darüber, dass es gelungen sei, sich auf einen gemeinsamen Fahrplan zu einigen. "Es bringt schließlich nichts, wenn jeder irgendwelche Ideen hat und Lösungen entwickelt, wenn die am Ende nicht zusammenpassen." Beispielsweise sei aus Sicht der Stadt Treuen nicht nur entscheidend, wie man über die Autobahn gelange, sondern auch, welche Wege dorthin führen. Auch die Bereitschaft des Wirtschaftsministeriums, sich an den Planungskosten zu beteiligen, verbucht Andrea Jedzig als Erfolg.

Unterdessen wird in Treuen weiter darauf gewartet, dass der Unfallschwerpunkt A-72-Anschlussstelle entschärft wird - durch breitere Zufahrtsrampen zur Autobahn sowie Ampeln. Baubeginn werde noch in diesem Jahr sein, wurde am Dienstag in Dresden versichert.

Weil diese Umbauten für die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern nichts bringt, hofft die Radnetz-Initiative, dass kurzfristig wenigstens ihre Minimalforderung nach Tempo 50 in diesem Bereich der Staatsstraße erfüllt wird. Ende des Monats soll dazu Klarheit herrschen.

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1Kommentare
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  • 3
    0
    Tauchsieder
    20.06.2019

    Wenn eine Überquerung der A72 nicht geht, warum nutzt man nicht die Unterquerung der A72 zwischen Hartmannsgrün und Pfaffengrün und verlegt dort den Radweg. Betonköpfe!



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