Renommierte Jazzgitarristin spielt vor kleinem Publikum

Mit dem Susan Weinert Rainbow Trio am Samstag in der Auerbacher Göltzschtalgalerie hat der hauseigene Jazz-Club Fans ein Konzert-Bonbon serviert. Die Resonanz war mäßig.

Auerbach.

Das bekommen Jazz-Freunde aus der Region nicht alle Tage zu hören, ohne weitere Wege in Kauf zu nehmen: Susan Weinert steht als eine von wenigen Frauen für hochkarätigen Jazz. Am Samstag machte sich die Ausnahme-Gitarristin mit ihrem Susan Weinert Rainbow Trio auf von Saarbrücken nach Auerbach. Wie bei Konzerten dieser Stilrichtung üblich, füllte sich die Göltzschtalgalerie Nicolaikirche nur zur Hälfte. Wer die Einladung annahm, hörte handgemachte Musik mit enormer Klangvielfalt.

28 Gäste erlebten nicht nur ein akustisches Feuerwerk. Dabei schienen die Musiker mit ihren Instrumenten zu verschmelzen: Susan Weinert und die Gitarre, ihr Mann Martin Weinert mit dem Bass, Sebastian Volz am Piano. Gut zwei Stunden mal als Trio, mal solistisch unterwegs, malten sie Klänge von träumerisch bis ausgesprochen groovig und energiegeladen vor dem geistigen Auge. 14 Alben hat Susan Weinert bislang veröffentlicht. Die meisten in Auerbach gespielten Titel waren jüngeren Datums.

Um der Vorstellungskraft etwas auf die Sprünge zu helfen, erzählte Martin Weinert zwischendurch die Entstehungsgeschichten sämtlicher Werke. Bei "Sommertag" ging die Klangreise nach Norwegen. Anregung für das gleichnamige Lied habe seine Frau von dort mitgebracht, sagte er. "Wir mögen die Malerei von Edvard Munch sehr", kam Weinert auf noch eine Inspirationsquelle zu sprechen. Eines der Gemälde trage die Bezeichnung "Ein Sommertag". Natur spielt eine wichtige Rolle im Musikverständnis von Susan Weinert. Ein Lied widmete sie der Provence, ein anderes dem Vogelzug in ihrer Heimat. "Die Kraniche" heißt das Lied. Nach der Beobachtung am Himmel habe sie sich "mitten in der Nacht hingesetzt und dieses Stück für die Könige der Lüfte geschrieben", sagte Martin Weinert. Erdige, abwechselnd meditative und muntere Töne schickte das Trio bei "Congo Tales" an sein Publikum. Jeder Handgriff wirkte bis ins kleinste Detail durchdacht. "Aber so war es nicht", erklärte Martin Weinert. "Wir bringen unser Programm spontan auf die Bühne", sagte er. "So entsteht an jedem Abend etwas Neues, und das macht es auch für uns immer wieder spannend."

Das Konzert hatte der Auerbacher Jazz-Club in die Wege geleitet. Ulrich Morgner zufolge sollte es eigentlich viel früher soweit sein. "Wir wollten sie schon vor 15 oder 20 Jahren mal herholen", berichtete der Vereinschef. "Es hat sich aber nie ergeben." Im Januar kommen Blues-Fans in der Göltzschtalgalerie auf ihre Kosten, kündigte er an. Ein Veranstaltungstermin muss allerdings noch gefunden werden.

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