Reumtengrün sagt Ja zu Partnerschaft mit Svoboda

Besuch in Tschechien noch im März soll Freundschaft endgültig besiegeln

Reumtengrün.

Für Reumtengrün ist die neue Gemeindebeziehung schon in Sack und Tüten: Bei der Ortschaftsratssitzung am Montag unterzeichnete Ortsvorsteher Uwe Ebert (Bürgerinitiative) vor reichlich Publikum den Partnerschaftsvertrag mit Svoboda. Das 2100-Einwohner-Bergstädtchen mit dem deutschen Namen Freiheit liegt in Böhmen, am Rande des Riesengebirge und ganze 20 Kilometer von der Schneekoppe entfernt. Wenn eine Reumtengrüner Delegation am letzten März-Wochenende dorthin reist, wird Svobodas Bürgermeister seine Unterschrift ebenfalls unter diesen Vertrag setzen.

Für Reumtengrün ist es der erste Besuch bei der angehenden Partnergemeinde. Umgekehrt haben sich acht Einwohner von Svoboda schon zur Kirmes im Oktober 2019 ein Bild von dem Auerbacher Ortsteil gemacht. Und auch von Auerbach inklusive Stadtmuseum und der Ausstellung zur Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg. Für diese Schau hätten sich die Gäste wider Erwarten ganz besonders interessiert, erzählte Herbert Gall vom Bund der Vertriebenen - Kreisverband Vogtland. Er gehörte zu denjenigen Reumtengrünern, die mit der Delegation unterwegs waren. In Svoboda verbrachte Gall seine Kindheit, bis er als Siebenjähriger vertrieben wurde und in Reumtengrün eine neue Heimat fand. Die Kontakte zur alten sind aber nie abgerissen. Und Herbert Gall ließ sie spielen, als Uwe Ebert vor vielen Monaten den Gedanken äußerte, freundschaftlich die Fühler in Richtung Svoboda auszustrecken.

Bei der Gemeindepartnerschaft geht es nicht vordergründig um gelebte Vergangenheitsbewältigung. Ebert zufolge ist ein Austausch auf verschiedenen Ebenen geplant. Man werde gegenseitig gesellschaftliche, kulturelle und sportliche Veranstaltungen besuchen. Auch Schülerreisen können sich beide Vertragspartner gut vorstellen.

Dennoch betonte Herbert Gall, dass Geschichtsaspekte rund um den Zweiten Weltkrieg und das Thema Vertreibungen ein Bestandteil des Unterrichts in Svoboda sein müssten. Umso mehr freut er sich, dass der Auerbacher Museumsbesuch mittlerweile Früchte trägt. Eine Lehrerin, die im Herbst zur tschechischen Delegation gehörte, nahm die Erfahrung zum Anlass, das schwierige Thema in Form von Schülerprojekten aufzuarbeiten.


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