Riesenandrang zur Apfelmesse

Der 31. Oktober sollte nicht nur als Reformationstag im Kalender dick angestrichen sein, sondern auch wegen der Kernobst- und Kürbisschau auf dem Riedelhof in Eubabrunn. Es gab viel zu entdecken.

Eubabrunn.

Beim Landschaftspflegeverband "Oberes Vogtland" drehte sich gestern auf dem Riedelhof alles um Äpfel. "Freie Presse" buchstabiert nach einem Rundgang die A-P-F-E-L-M-E-S-S-E durch.

A wie Ausstellung: Die Besucher kamen ins Staunen angesichts von rund 250 Apfelsorten, die in einer Ausstellung zu sehen waren. Keine gleicht der anderen, jede hat einen speziellen Geschmack und je nach Sorte - von Adams Parmäne über Macoun bis hin zu Zwergapfel Mini-Cox - ist es möglich, sie nach der Ernte im Herbst bis ins Frühjahr zu lagern, wenn sie nicht schon vorher versaftet, als Wein angesetzt oder eingekocht wurden.

P wie Pomologen: Für eine Pause mussten sich Manfred Schrambke, Reiner Ammel, Henner Grabow und Wolfram Kunze abwechseln, denn sonst wäre die Wartegemeinschaft zu lang geworden. Viele Besucher hatten Äpfel mitgebracht, um die Sorten bestimmen zu lassen. Die Pomologen schauten sich unter anderem das Äußere an, schnitten die Äpfel auf, um das Kerngehäuse zu inspizieren, und machten schließlich eine Kostprobe. Manchmal war die Bestimmung nicht einfach, weil nur ein Apfel mitgebracht wurde. "Um ganz sicher zu gehen, müssten es zwei oder drei Exemplare sein", so Reiner Ammel.

F wie Fachvortrag: Die Apfelmesse hat sich auch wegen der damit verbundenen Fachvorträge einen Namen gemacht. Friedhelm Haun aus Kulmbach widmete sich gestern dem Thema "Kultur der Walnuss". Seine Ausführungen unter anderem zu Ansprüchen in puncto Bodenbeschaffenheit und Beschnitt, zu Verpflanzung, Pflege und Verwendung stießen auf ein so großes Interesse, dass er den Vortrag am Nachmittag ein zweites Mal hielt.

E wie Erstfund: Bei den bisherigen Apfelmessen wurden 172 im Vogtland gefundene Sorten identifiziert. Gestern kamen vier neue hinzu: Gelber Richard (aus Pausa), Credes Quittenrenette (aus Bobenneukirchen), Freyberg und Parkers Pepping (beide aus Brunn).

L wie Literatur: Fachfrau Kathrin Jakob aus Oelsnitz bot eine breite Palette von interessanten Büchern an, mit Schwerpunkt Obst, Gemüse, Garten und Heilkunde, aber auch Kinderbücher und eine Auswahl an Kalendern für 2017.

M wie Massenandrang: Parkplatznot - nicht nur Autos mit vogtländischen oder sächsischen Kennzeichen konnten gesichtet werden. Heute ist in Bayern Allerheiligen, gestern war also für die Nachbarn ein Brückentag, der für einen Besuch der Apfelmesse genutzt wurde. Insgesamt zählte der Veranstalter 1600 Besucher.

E wie Essen: Wer gestern auf dem Riedelhof einen Hungerast bekam, war selbst dran Schuld. Apfelkuchen, Äpfel aus biologischem Anbau zum Sofortverzehr oder Käse und Honig zum Mitnehmen gab es in Hülle und Fülle.

S wie Saften: Dicht umlagert war Johannes Geipel mit seiner Presse. Vor dem Genuss des frischen Saftes kam allerdings der Schweiß, denn die Presse hatte keinen Stromanschluss, sondern musste mit der Hand betrieben werden. Was vor allem die Halbwüchsigen geradezu anstachelte, ihre Muskeln spielen zu lassen.

S wie Sonderschau: Heike Weidt und ihre Tochter Astrid aus Delitzsch bauen daheim Kürbisse an, stellten sie in einer Sonderschau "die kleinste Beere der Welt" vor. Unter anderem Mongogo de Guatemala, Herkuleskeule, Vegetable Spaghetti, White Swan Acorn, Musquee du Maroc, Mini-Red Turban - insgesamt rund 150 verschiedene Sorten. Damit nicht genug: Wer die Nichtessbaren bestaunte und Essbare mitnahm, bekam auch noch leckere Rezepte und Tipps für den Anbau im eigenen Garten mit auf den Weg.

E wie Einkaufen: Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, sich bei einer Baumschule aus Harra/Thüringen mit neuen Obstgehölzen - beispielsweise Aronia - und Beerensträuchern oder Exoten wie Esskastanien für den eigenen Garten zu versorgen.

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