Rittergut mausert sich zum Oldie-Mekka

Etwa 150 Fahrzeuge haben die Organisatoren des 11.Oldtimertreffens am Samstag in Pfaffengrün gezählt. Mit dabei: Jens Scheuert und seine Rarität aus der Sowjetunion.

Pfaffengrün.

Wer einem Wolga 22 Kombi begegnen will, muss heute ziemlich lange suchen. Fans des ganz speziellen Typs hatten beim 11. Oldtimertreffen im Pfaffengrüner Rittergutsgelände am Sonntag das Glück, ein solches Exemplar aus nächster Nähe betrachten zu können. Das gute Stück in zwei Blautönen gehörte Jens Scheunert aus Plauen. Es war eines von etwa 150 Fahrzeugen aus dem Vogtland und Erzgebirge, die in Regie der Gruppe F173 vom Kultur- und Heimatverein Holzbachtal am ehemaligen Herrensitz parkten: Pkw und Lkw aus Ost- und Westproduktion, Armee- und Einsatzfahrzeuge, Motorräder und Mopeds.

Jens Scheunert weiß von insgesamt sechs Wolga gleichen Bautyps, die momentan noch auf Deutschlands Straßen unterwegs sind. "So etwas war schon früher in der DDR selten gewesen. In Bulgarien gab es sie als Krankenwagen, hier aber nur ganz wenige", sagte er. "Angeblich hat es mal einen in Plauen gegeben." Er nutzt den Wolga oft und gerne als Dienstwagen. Oder als Freizeitgefährt. "Manchmal hängen wir einen passenden Wohnwagen dran."


Jens Scheunert und sein blankgeputzter Wolga - beide Baujahr 1968 - fahren seit fast 20 Jahren gemeinsame Wege. "Das Auto ist 1989 in einer Chemnitzer Industriebrache abgestellt worden. Vor dem Garagentor ist ein Baum gewachsen, der dann abgesägt wurde", erzählte der Plauener. Danach kam der Wolga zum Vorschein. "Ich durfte ihn dann kaufen", ist Scheunert froh, einen Hinweis bekommen zu haben. Schon damals kannte ihn die regionale Oldtimer-Szene wie den berühmten bunten Hund.

In seiner Heimatstadt betreibt Jens Scheunert eine Auto-Manufaktur und restauriert Modelle der sächsischen Marke Framo. Mit den Organisatoren des Pfaffengrüner Oldtimertreffens hat er außer der Leidenschaft für betagte Fahrzeuge noch etwas gemeinsam: Er richtet Zusammenkünfte vor historischer Kulisse aus. Am Samstag findet am Rittergut Kauschwitz zum neunten Mal ein internationales Framo-Treffen statt.


"Zuerst gab esnicht mal Kaffee"

Gerhard Jacobi und seine Mitorganisatoren haben das Rittergut Pfaffengrün zum Oldie-Mekka gemacht. Sylvia Dienel unterhielt sich mit ihm.

"Freie Presse": Oldtimertreffen gibt es viele. Was ist hier anders?

Gerhard Jacobi: Das Rittergut mit der Aussicht ins Obere Vogtland hat sein eigenes Flair. Vieles läuft mit der Ausstellung im Gebäude zusammen. Und ein ordentliches Plus ist, dass sich die Leute nicht anmelden müssen.

Welche Entwicklung hat die Veranstaltung genommen?

Wir haben klein angefangen. Mit 20 bis 25 Fahrzeugen. Weil wir schon die Ausstellung hatten, kamen wir auf den Gedanken, auch mal so was zu machen. Damals gab es kein Bier, nichts zu essen, nicht mal Kaffee. Dann ist es immer mehr geworden.

Wozu dienen die Treffen?

Man tauscht sich aus und sieht auch einige Raritäten. Ich bin selber Oldtimerfan und habe eine ganze Reihe MZ. Ungefähr acht vom Baujahr 1955 bis 1985. Auch eine MZ 251. Das war die letzte Zweitakt-Maschine, die in Zschopau gebaut wurde. Dann kam der Viertakter.

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